07.07.2022 /
Iran
/ news

Iran: Der Gesundheitszustand von Nasser Navard Gol-Tapeh gibt Anlass zur Sorge

Der Gesundheitszustand des 60-jährigen Nasser Navard Gol-Tapeh, eines konvertierten Christen, der die letzten vier Jahre im Evin-Gefängnis in Teheran (Iran) verbracht hat, gibt neuen Anlass zur Sorge. 

Nasser Navard Gol-Tapeh, ein Christ mit muslimischem Hintergrund, verbüßt seit über vier Jahren eine zehnjährige Haftstrafe im Evin-Gefängnis in Teheran (Iran). Er wurde letzte Woche ins Krankenhaus eingeliefert, um sich wegen eines Hörverlusts im linken Ohr behandeln zu lassen. Ein Gesundheitsproblem, das seine Mobilität beeinträchtigt und zu mehreren Stürzen geführt hat. Nasser wartet nun auf die Ergebnisse einer Kernspintomographie, die diese Woche bekannt gegeben werden sollen. 

Warten und Frustration 

Nasser wird wegen angeblicher »Verletzung der nationalen Sicherheit« angeklagt. Er ist nach wie vor zutiefst frustriert über die anhaltende Weigerung des Generalstaatsanwalts von Evin, ihn auf Bewährung freizulassen, seine Strafe zu reduzieren oder ein neues Verfahren zu eröffnen. Dies geschah trotz seiner wiederholten Bitten während seiner Inhaftierung.

Im vergangenen Jahr nahm seine ältere Mutter eine Videobotschaft (auf Englisch) auf, in der sie die Behörden dazu aufrief, ihr zu erlauben, ihren Sohn wieder in die Arme schließen zu können. Bisher wurde ihr Appell jedoch nicht befolgt. 

Es ist nicht das erste Mal, dass Nasser während seines Aufenthalts in Evin mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat. Er war während einer Covid-19-Welle, die das Gefängnis verseuchte, schwer erkrankt. Außerdem steht zu befürchten, dass er durch eine fortgeschrittene Zahnfleischerkrankung seine Zähne verliert. Unterdessen behauptet der Hohe Menschenrechtsrat Irans weiterhin: »Niemand wird im Iran verfolgt, nur weil er eine Meinung hat oder einer bestimmten Klasse oder Gruppe angehört« (Pressemitteilung vom 21. Juni).

Quelle: Artikel 18