16.12.2016 /
Ägypten
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Ägypten: Die koptische Gemeinschaft im Herzen getroffen

Nach dem schlimmsten Attentat, das je auf eine Kirche in Kairo verübt wurde, stellen sich die Mitglieder der christlichen Gemeinschaft nach dem 11. Dezember viele Fragen.

Am vergangenen Montag um 11 Uhr, einen Tag nach der Tragödie, bereitet sich die koptische Gemeinschaft auf die Trauerfeier für die 27 christlichen Opfer des Selbstmordattentats vor, das im Inneren einer orthodoxen Kirche in Kairo verübt wurde. Während draussen die Sonne in einem wolkenlosen Himmel scheint, ist es in den Herzen stürmisch und die Christen sind aufgewühlt. Weshalb eine so brutale Tat? Warum wurden so viele unschuldige Menschleben ausgelöscht? (Mit Ausnahme von drei Männern sind alle Opfer Frauen und Kinder). Zum Attentat hat sich der Islamische Staat bekannt.

Sarah hat ihre Grossmutter und eine Tante verloren. Die Worte fehlen ihr, um ihren Schmerz auszudrücken, so schreibt sie: «In meiner Trauer und meiner Verzweiflung ist die Realität unerträglich. Mein Herz ist für immer gebrochen…»

Warum? In diese brennende Frage mischt sich bei vielen Christen und auch Muslimen Wut. Muss mit einer neuen Gewaltwelle gerechnet werden, vergleichbar mit der von 2013? Kündigt dieses Attentat andere barbarische Taten in der Vorweihnachtszeit an?

Während die ägyptische Regierung eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen hat, teilt ein Kirchenleiter in Ägypten die Bitte der christlichen Gemeinschaft Kairos mit uns: «Bitte, betet gemeinsam mit uns, dass diejenigen, die Angehörige verloren haben, getröstet werden, und auch für jene, die sich noch in den Krankenhäusern befinden. Betet auch dafür, dass der Name unseres Herrn trotz der Wut und des Schmerzes verherrlicht werde. In dieser Vorweihnachtszeit bitte ich nicht nur um euer Gebet für die von diesem Übergriff betroffenen ägyptischen Christen, sondern für die Christen weltweit, die leiden. Gott ist die einzige Quelle der Hoffnung.»

(Bild: Das Attentat wurde in der Nähe der koptischen Markuskathedrale in Kairo verübt.)