Usbekistan
Flagge
Regierungschef
Shavkat Mirziyoyev
Bevölkerung
32 365 000
Christen
349 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Republik


Überblick

In Usbekistan sind zur Hauptsache der Staat selber und die Gesellschaft verantwortlich für die Christenverfolgung. Auf staatlicher Ebene sind es Polizei, Geheimdienste und lokale Behörden, die gegen die Christen vorgehen. Sie überwachen Wohnungen, hören Telefone ab und ihre Agenten infiltrieren christliche Gruppen und kirchliche Veranstaltungen. Für die nicht registrierten Kirchen und Gemeinden gehören Razzien durch die Polizei zur Tagesordnung.

Seit dem Amtsantritt von Staatspräsident Shavkat Mirziyoyev hat sich die Situation für Christen nicht verändert. Sie werden weiterhin als destabilisierender Faktor verstanden, der die nationale Einheit gefährde. Ihre Kultusstätten müssen sie zwingend bei den Behörden anmelden. Allerdings erhielt seit bald 20 Jahren keine Kirche mehr eine Bewilligung. Das kirchliche Leben findet im Untergrund statt und Christen rechnen konstant mit Polizeirazzien, Beschlagnahmungen, Verhaftungen, Verhören, Bußen und Gefängnis, wenn sie auffliegen.

Zur Situation der Christen

Alle christlichen Gemeinschaften sind mehr oder weniger diesem Druck unterworfen. Etwas davon verschont ist die russisch-orthodoxe Kirche, weil sie weniger Kontakt zur usbekischen Bevölkerung pflegt. Im Fokus der Regierung stehen vor allem usbekische Christen mit einem muslimischen Hintergrund. Diese sind zusätzlich unter Druck durch ihre Familien und die muslimisch geprägte Gesellschaft.

Beispiele der Verfolgung

  • Juli 2017 – Während eines Gottesdienstes werden 27 Christen von Polizeibeamten festgenommen. Bei den Verhören und Durchsuchungen zwingen sie die Frauen sich nackt auszuziehen
  • April 2017 – Zwei Pastoren werden während ihrer zweiwöchigen Haft von der Polizei gefoltert. Den ersten schlagen sie brutal zusammen und setzen ihm eine Gasmaske auf, damit er keine Luft mehr bekommt. Dem zweiten fügen sie mehrere Knochenbrüche zu.
  • 8. November 2016 – Nach sechs Jahren und zehn Monaten Haft wird Tohar Haydarov freigelassen. Er wurde am 4. März 2010 wegen Drogenbesitzes verurteilt, was allerdings eine von Polizei und Familie getürkte Anschuldigung war, weil sie ihn so zwingen wollten, zum Islam zurückzukehren.

Christenverfolgung

Rang im Index: 
17
Rang im letztjährigen Index: 
16