Usbekistan
Flagge
Regierungschef
Shavkat Mirziyoyev
Bevölkerung
32 365 000
Christen
349 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Republik


Überblick

In Usbekistan liegt die ganze Macht in den Händen von Präsident Shavkat Mirziyoyewv. Oppositionsbewegungen und unabhängige Medien sind verboten. Die Verfassung garantiert zwar die Trennung von Staat und Religion und damit Religionsfreiheit, doch Gesetze und Polizei beschränken diese und lassen keine freien Meinungsäußerungen zu. Menschenrechte werden in keiner Weise beachtet.
 

Zur Situation der Christen

  • Die meisten Christen stammen aus russischen und koreanischen Minderheiten und zählen sich zur Hauptsache zu den traditionellen Kirchen zugehörig: orthodox, römisch-katholisch und lutherisch. Es gibt auch usbekische Christen muslimischer Herkunft und evangelische Christen.
  • Alle Gemeinden sind dem Druck durch Behörden ausgeliefert, die orthodoxen allerdings etwas weniger. Christen mit einem muslimischen Hintergrund leiden am meisten. Sie werden von Staat, Familie, Freunden und dem Gemeinwesen verfolgt. Gemeinden, die bei Behörden offiziell nicht registriert sind, werden von der Polizei durchsucht und die Gläubigen bedroht, verhaftet und mit Bußen belegt.
  • Das Christentum erreichte im 4. Jh. mit den nestorianischen Missionaren die Region. Im 14. Jh. konvertierten die an der Macht stehenden Mongolen zum Islam. Das führte zu einem starken Rückgang der christlichen Gemeinde bis ins 19. Jh. Im Zweiten Weltkriegs brachten die aus Russland deportierten Bevölkerungsgruppen ihren orthodoxen Glauben mit. Als das Land in den 90er-Jahren seine Unabhängigkeit erlangte, entstanden Gemeinden aus Usbeken.
     

Beispiele der Verfolgung

  • 19. November 2018 – In der Stadt Pap untersuchte die Polizei ein Haus, in dem sich 8 Christen versammelt hatten und beschlagnahmte Dokumente, die jene rechtsmäßig erworben hatten. Alle Personen wurden befragt. Im Nachgang wurden schliesslich 31 Christen strafrechtlich verfolgt und zum Teil gezwungen, Geldbußen in der Höhe von 20 Monatsgehältern zu zahlen.
  • 23. Mai 2018 – Im Süden des Landes, in Karshi, wurden 5 Christen festgenommen und für ein unbewilligte Versammlung bestraft: Nabijon Bolikulov, Viktor Tashpulatov, Mikhail Balykbayev, Munira Gaziyeva und Svetlana Andreychenko wurden 7,5 Stunden lang verhört.
  • Januar 2018 – Nargiza Khusainova, eine Christin aus Urgench, war auf der Straße unterwegs, als sie von Anti-Terroristen angesprochen wurde. Man beschuldigte sie, kompromittierendes Material bei sich zu haben, und drohte ihr, sie dem Ausschuss für religiöse Angelegenheiten zu melden, wenn sie nicht als Informantin zur Verfügung stehe. Als sie sich weigerte, wurde sie sexuell missbraucht.
     

Weitere religiös verfolgte Gruppen

Zeugen Jehovas und verschieden muslimische Gruppierungen
 

Rückblick auf die letzten 5 Jahre

  • Die Christen stehen unter der Fuchtel einer autoritären Regierung, die das kirchliche Leben durch viele rechtliche Einschränkungen behindert. Die Unterdrückung durch eine wenig tolerante muslimische Gesellschaft spüren Christen muslimischer Herkunft im privaten, familiären und gesellschaftlichen Bereich.
  • Die Situation der Christen verschlimmerte sich schrittweise unter Karimov bis hin zum aktuellen Präsidenten Mirziyoyev. Usbekische Konvertiten zahlen für ihren Glaubenswechsel einen immer höheren Preis. Seit einigen Jahren nimmt die Verfolgung eine sehr gewalttätige Form an, wenn auch erst in seltenen Fällen.

Christenverfolgung

Rang im Index: 
17
Rang im letztjährigen Index: 
16