Tunesien
Flagge
Regierungschef
Beji Caid Essebsi
Bevölkerung
11 659 000
Christen
23 700
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Republik


Überblick

Seit dem Sturz von Präsident Zine El Abidine Ben Ali im Jahr 2011 hat sich die politische Landschaft Tunesiens dramatisch verändert. Die neue Verfassung vom 26. Januar 2014 schien zwar einen Demokratisierungsprozess einzuleiten, aber das Land ist aufgrund der islamistischen Terrorgruppen, die die ganze Region unsicher machen, mit grossen Problemen konfrontiert. Die daraus resultierenden Unsicherheiten belasten die Wirtschaft, insbesondere den Tourismussektor. 

Die christliche Minderheit begrüßte die Tatsache, dass in der neuen tunesischen Verfassung die Scharia nicht erwähnt wurde, auch wenn im ersten Artikel der Islam als «Staatsreligion» festgelegt ist. Während ausländische Christen den Vorteil der Religionsfreiheit genießen, sind tunesische Christen, allesamt ehemalige Muslime, Opfer unterschiedlicher Formen der Verfolgung. Ganz besonders in und durch ihre Familien. Aber haben sie relativ ungehindert über das Internet Zugang zum christlichen Glauben. Und die Regierung verbietet die mittlerweile entstandenen radikalen politischen Parteien wegen «Störung der öffentlichen Ordnung».

Zur Situation der Christen

Tunesische Christen werden hauptsächlich auf persönlicher und familiärer Ebene verfolgt. Das Mass der Verfolgung hängt davon ab, wo sie leben. In der Hauptstadt Tunis ist ihre Lage vergleichsweise besser als auf dem Land. Die meisten tunesischen Christen halten ihren Glauben vor ihrem Umfeld geheim, denn sie müssen mit Widerstand am Arbeitsplatz rechnen oder werden von ihren Familien abgelehnt oder verstossen, körperlich oder seelisch misshandelt. Kirchliche Gebäude werden von der Polizei überwacht. 

Beispiele der Verfolgung 

  • Im Jahr 2017 werden über ein Dutzend Christen verhaftet und von der Polizei zu ihrem Glauben befragt. 
  • 11. Februar 2016 – Eine junge christliche Studentin wird zu Hause von der eigenen Familie gefangen gehalten, als sie den Glauben des Mädchens bemerken. Auch das Studium musste sie abbrechen.

Christenverfolgung

Rang im Index: 
37
Rang im letztjährigen Index: 
30