Somalia
Flagge
Regierungschef
Hassan Ali Khayre
Bevölkerung
15 182 000
Christen
Einige Hundert
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Föderalistische Republik


Überblick

Somalia gilt als das korrupteste Land der Welt: Die organisierte Kriminalität grassiert. Die al-Schabaab-Gruppe, verbunden mit al-Kaida, ist stark im Menschenhandel involviert und erhebt sogar Steuern, um sich selbst zu finanzieren. In der somalischen Verfassung heißt es, dass alle Gesetze mit den allgemeinen Grundsätzen der Scharia übereinstimmen müssen: Jeder andere Glaube als der Islam wird abgelehnt und Muslime haben kein Recht, sich zu einer anderen Religion zu bekehren. Verboten sind z.B. auch Weihnachtsfeiern. Die religiösen Oberhäupter erklären in aller Öffentlichkeit, dass das Christentum in Somalia keinen Platz habe. Politische Parteien unterstützen und verbreiten die Idee, dass Somalia nur für Somalier sei und dass ein Somalier nur Muslim sein kann. Christen mit einem muslimischen Hintergrund werden sowohl von Schabaab als auch von ihrem eigenen Clan mit dem Tode bedroht, wenn man sie verdächtigt, Christen geworden zu sein.

Zur Situation der Christen

  • Die Schabaab sind Anhänger des Wahhabismus und bestrebt, dass die Scharia alle Aspekte des täglichen Lebens der somalischen Gesellschafft regelt. Da passen Christen nicht hinein. Sie sind ein Hauptziel für die Schabaab und werden oft auf der Stelle getötet, wenn ihr christlicher Glaube entdeckt wird. Denn jede Bekehrung zum Christentum gilt als Verrat an der Familie und dem Clan.

Beispiele der Verfolgung

Es ist sehr schwierig, die genaue Zahl Attentate auf Christen abzuschätzen. Wird ein Christ wegen seines Glaubens ermordet, unternehmen seine Angehörigen alles, um die Gründe für den Mord zu verbergen. Sie wollen nicht mit dem christlichen Glauben in Verbindung gebracht und zur Zielscheibe der Mörder werden. 

  • 10. August 2017 – Die einzige katholische Kirche des Landes, in der Region Hargeisa in Somaliland, wird von den Behörden unter dem Druck der Bevölkerung wieder geschlossen. Sie war nach mehr als 30 Jahren der Schließung gerade erst renoviert worden. Ein Dutzend aus dem Ausland zurückgekehrter christlicher Somalier hatten am 29. Juli zuvor der Einweihung beigewohnt. Scheich Khalil Abdullahi Ahmed, Minister für religiöse Angelegenheiten Somalilands, kündigt die Entscheidung in einer Pressekonferenz an und nennt als Hauptgrund den Druck der Öffentlichkeit und der religiösen Führer des Landes. 
  • Aktuell 2017 – Etwa 23 konvertierte Christen sollen von der al-Schabaab-Gruppe ermordet worden sein. Mindestens drei Konvertiten werden gezwungen, das Land zu verlassen, mindestens acht müssen innerhalb des Landes umziehen. 

Christenverfolgung

Rang im Index: 
3
Rang im letztjährigen Index: 
3