Sudan
Flagge
Regierungschef
Umar al-Baschir
Bevölkerung
41 512 000
Christen
1 910 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Islamische Bundesrepublik


Überblick

Während der Krieg in Darfur, Südkordofan und dem Gebiet des Blauen Nils weitergeht, geht die systematische Verfolgung der Christen durch die Regierung weiter. Besonders betroffen sind die Christen in den Nuba-Bergen. Die Politik der Regierung lautet schlicht: «Wir bedrängen sie, wir töten sie, wir hungern sie aus – solange, bis sie aufgeben.» Manch einer spricht von ethnischer Säuberung. 

Es ist der absolute Wille der Regierung, ein Land zu schaffen mit einer Religion, einer Kultur und einer Sprache. So respektiert das autoritäre Regime von Präsident Al-Baschir weder Rechtsstaatlichkeit, noch Presse- oder Meinungsfreiheit. Obwohl die Verfassung die Religionsfreiheit garantiert, fordern die meisten Gesetze eine strikte Anwendung der Scharia und bestrafen Übertritte zu einer anderen Religion als Verbrechen. Durch die erhebliche Auswanderung der Christen in den neu entstandenen Südsudan, hat sich im Sudan deren Anzahl stark verringert und die zurück gebliebene Bevölkerung stark radikalisiert.

Zur Situation der Christen

Paradoxerweise wird das Christentum, das im Sudan über mehrere Jahrhunderte dem Islam vorausgegangen ist, als Fremdkörper wahrgenommen. Christen fürchten sich so sehr davor, entdeckt zu werden, dass viele Eltern es nicht wagen, ihre Kinder im christlichen Glauben zu unterweisen. Sie wollen weder die Aufmerksamkeit der Regierung noch der Oberhäupter ihrer Gemeinschaften erregen. Manche wagen es nicht einmal, nach ihrem Tod ein christliches Begräbnis zu verlangen. Der Druck der Regierung hält also an: Pläne zur Zerstörung von Kirchen, Festnahmen und Einschüchterung der Verantwortlichen, Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Kirchen…

Beispiele der Verfolgung

  • 2. August – In Omdurmam (westlich von Khartum) wird die Baptistenkirche auf Anordnung der Behörden abgerissen. Es ist die dritte Kirche auf einer Liste der Regierung, die im Ganzen 27 Kirchen abreissen will.
  • 3. April 2017 – In Bahri wird Gemeindeleiter Younan Abdulla ermordet, als er an einem friedlichen Protest gegen die Enteignung einer christlichen Schule durch die Regierung teilnimmt. Ein anderer Christ, Ayub Kumama, wird schwer verletzt. Etwa 20 mit Messern bewaffnete Personen greifen die Demonstranten in Anwesenheit der Polizei an, die nicht einschreitet. Sondern nur zuschaut.
  • 29. Januar 2017 – Drei Christen werden zu langen Haftstrafen verurteilt: Petr Jasek, ein Tscheche, der für ein humanitäres Projekt arbeitet, zu 23 Jahren; Pastor Hassan Kodi Taour und der Studenten Abdulmonem Abdumawla zu je 12 Jahren. Sie wurden im Dezember 2015 verhaftet, weil sie einem Verwundeten einer regierungsfeindlichen Demonstration geholfen hatten. Petr Jasek wird 26. Februar freigelassen, und die beiden sudanesischen Christen am 11. Mai.

 

Christenverfolgung

Rang im Index: 
6
Rang im letztjährigen Index: 
4