Russland
Flagge
Regierungschef
Wladimir Putin
Bevölkerung
143 965 000
Christen
118 127 000
Hauptreligion
Christentum (Russisch-Orthodox) / Islam
Staatsform
Konstitutionelle Föderation


Überblick

Die russische Führung versucht, die frühere Größe und Macht des Landes als geopolitischer Player wiederherzustellen. Dabei verstärkt die Regierung ihre Kontrolle über die Gesellschaft und schränkt zunehmend die Bürgerrechte der russischen Bevölkerung ein. Im Nordkaukasus und in der Wolga-Ural-Region leben viele Muslime. Ihre Kultur ist geprägt von einem radikalen Islam.
Russland wurde im Jahr 988 christianisiert, als Prinz Wladimir I. von Kiew das byzantinisch geprägte Christentum als Staatsreligion festlegte. Diese heute als orthodox bezeichnete Kirche spielte in der russischen Gesellschaft immer eine wesentliche Rolle. Erst Ende des 18. Jahrhunderts hielt der Katholizismus Einzug, Ende des 19. Jahrhunderts dann der Protestantismus. Während der kommunistischen Ära wurden die Christen in jeder Hinsicht verfolgt. Mit dem Fall der UdSSR im Jahr 1991 wurde die Religionsfreiheit wiederhergestellt.

Zur Situation der Christen

Die überwiegende Mehrheit der russischen Christen ist orthodox. Es gibt eine kleine Gemeinschaft von Christen mit einem muslimischen Hintergrund. Der Staat beschränkt zunehmend das kirchliche Leben. Am wenigsten davon betroffen ist die russisch-orthodoxe Kirche. Überwacht hingegen werden andere Denominationen und auch Minderheitskirchen. Kirchenverantwortliche müssen sich regelmäßig auf den Polizeiwachen einfinden. Christen mit muslimischem Hintergrund sind die am stärksten von der Verfolgung betroffenen Glaubensgeschwister. Sie werden in ihren Familien drangsaliert, von der Gesellschaft diskriminiert und von islamistischen Gruppen aufs Korn genommen.

Beispiele der Verfolgung

19. Februar 2018, am Vorabend der großen orthodoxen Fastenzeit, während der Feier von Masleniza, erschießt ein 22-jähriger Muslim in der Stadt Kizliar, in der nordkaukasischen Republik Dagestan mit einer muslimischen Bevölkerungsmehrheit, christliche Gläubige, als sie ihre Kirche verlassen. Der mit einer Schrotflinte bewaffnete Mann tötet 5 Frauen und verletzt 4 Personen. Er soll «Allah akhbar!» geschrien haben, bevor er von Sicherheitskräften erschossen wurde. Der Islamische Staat hat sich zum Attentat bekannt, aber es gibt keine Beweise für diese Behauptung.

Rückblick auf die Entwicklung der letzten 5 Jahre

Russland war im Jahr 2011 zum letzten Mal auf dem Index. Auch wenn die Zahl der Gewalttaten in den einzelnen Jahren sehr unterschiedlich ausfiel, hat der Druck im privaten und kirchlichen Leben stetig zugenommen. In den Regionen mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit wirkt sich die Zunahme der Diskriminierung und Gewalt besonders auf das Privat- und Sozialleben der Gläubigen aus. Die zwei Angriffe auf Kirchen im Nordkaukasus haben speziell zur schlechteren Bewertung Russlands geführt.

Christenverfolgung

Rang im Index: 
41
Rang im letztjährigen Index: 
54