Nigeria
Flagge
Regierungschef
Muhammadu Buhari
Bevölkerung
195 875 000
Christen
91 122 000
Hauptreligion
Christentum / Islam
Staatsform
Bundesrepublik


Überblick

Im Norden lebt eine muslimische Mehrheit, während der Süden überwiegend christlich geprägt ist. Das Land wird von Muhammadu Buhari, einem Mitglied aus der Volksgruppe der Peul regiert. Im zentralen Hochland greifen Fulani-Hirten christliche Bauern ungestraft an und massakrieren sie. Im Norden bedeuten die Terroristen von Boko-Haram weiterhin eine Bedrohung.
 

Zur Situation der Christen

  • Die Christen Nigerias verteilen sich auf viele verschiedenen Konfessionen und Gemeinden. Im Süden genießen sie Religionsfreiheit, aber im Norden werden sie von islamischen Extremisten sehr bedrückt. Man zerstört nicht nur ihre Häuser oder Einnahmequellen, sondern ermordet sie oder verletzt sie auch. In den 12 nördlichen Staaten, die dem Scharia-Recht unterliegen, sind sie Bürger zweiter Klasse. Christen muslimischer Herkunft stehen unter enormem Druck, vor allem von Seiten ihrer Familien.
  • Mit portugiesischen Siedlern, die sich im 15. und 16. Jh. an der Atlantikküste niederließen, hielt der Katholizismus Einzug. Im 19. Jh. evangelisierten befreite Sklaven die Bevölkerung und Samuel Adjai Crowther wurde als erster Nigerianer anglikanischer Pastor.
     

Beispiele der Verfolgung

  • 13. – 16. September 2018 – Muslimische Fulani-Hirten greifen im Bundesstaat Adamawa 5 Dörfer an, in denen eine christlichen Mehrheit lebt. Auf der Flucht ertranken 27 Dorfbewohner, mehr als 45 Dorfbewohner wurden verletzt. In den ersten 6 Monaten des Jahres 2018 starben durch Gräueltaten der Fulani-Hirten über 1300 Menschen. Das waren sechsmal mehr Opfer als durch Angriffe der Boko-Haram.
  • 21. – 25. Juni 2018 – Im zentralen Hochland kamen bei koordinierten Überfällen durch Fulani-Nomaden auf ein Dutzend Dörfer 230 Menschen ums Leben, darunter viele christliche Familien und ein Pastor. Kirchengebäude wurden verbrannt und 11 500 Menschen flohen aus ihren Dörfern.
  • 19. Februar 2018 – In Dapchi, im Zentrum des Landes, entführt Boko-Haram 110 Schülerinnen Am 21. März wurden sie freigelassen, bis auf Leah Sharibu, 15 Jahre alt. die sich weigerte, ihren christlichen Glauben zu leugnen. Am 15. Oktober verlas Boko Haram eine Erklärung, dass das Mädchen nicht getötet wurde, aber als Sklavin gehalten wird.
     

Weitere religiös verfolgte Gruppen

Schiitische Muslime und Zeugen Jehovas
 

Rückblick auf die letzten 5 Jahre

Das Ausmaß der Gewalt ist seit 2014 das dritte Mal hintereinander auf einem Höhepunkt. Der Druck ist auf sozialer Ebene am grössten. Er wird verursacht durch nichtstaatliche Akteure wie Terroristen und Milizen, aber auch durch staatliche Behörden. Vom Norden her bis weit in den mittleren Staatengürtel hinunter terrorisieren Boko-Haram und Fulani-Hirten die christlichen Gemeinden. Besonders in den Staaten, die das Scharia-Gesetz verabschiedet haben, nimmt die Gewalt durch den Staat zu.

Christenverfolgung

Rang im Index: 
12
Rang im letztjährigen Index: 
14