Mexiko
Flagge
Regierungschef
Andrés Manuel López Obrador
Bevölkerung
130 759 000
Christen
125 347 000
Hauptreligion
Katholizismus
Staatsform
Republik


Überblick

Die mexikanische Demokratie wird durch fehlende Legitimität der Regierung geschwächt. Instabilität, wirtschaftliche Schwierigkeiten, organisierte Kriminalität und der unzureichende Zugang zu Sozialhilfe und Justiz prägen den Alltag der Mexikaner. Die Menschenrechte werden durch die extreme Gewalt im Land untergraben. Im Jahr 2018 wurde Andrés Manuel López Obrador Regierungschef und gilt als Hoffnungsträger.
 

Zur Situation der Christen

  • Mexiko ist eines der Länder der Welt mit dem höchsten Anteil Katholiken. In den letzten Jahren haben sich die Ansichten der Bevölkerung gegenüber Christen, die ihren Glauben offen pflegen, verhärtet. Christen werden belästigt, kritisiert oder verspottet, vor allem im Kreis ihrer Familien.
  • Darüber hinaus sind Christen in ihrem Alltag zusätzlich Opfer der Gewalt durch das organisierte Verbrechen: Gemeindeleiter und Gotteshäuser sind das Ziel von Angriffen, Drohungen und Erpressungen. Bis anhin beschränkte sich diese Art von Gewalt auf bestimmte Staaten, inzwischen erstreckt sie sich auf das ganze Land. Indigene Christen werden aus ihren Gemeinschaften vertrieben, weil sie sich weigern, die traditionellen religiösen Riten weiter zu befolgen.
  • Das Christentum kam zwischen 1519 und 1521 mit den Spaniern nach Mexiko. In der Mitte des 18. Jh. weiteten Protestanten das Glaubensspektrum aus.

Beispiele der Verfolgung

  • Oktober 2018 – Im Staat Jalisco wird Marcelino Torres Robles zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, weil er sich weigerte, eine Arbeit zu verrichten, die seiner neuen religiösen Überzeugung zuwiderläuft. Er will nicht mehr an den religiösen Riten seines Stammes teilnehmen und wird zusammen mit seiner Familie aus der Gemeinschaft ausgestoßen. Sie bleiben mittellos zurück.
  • 12. Juni 2018 – Ein Auftragskiller brach in das Haus eines Pastors in Ciudad Juarez ein. Der Mann drückte den Abzug seiner Waffe, doch diese ging nicht los. Der Eindringling schlug den Pastor nieder und stahl dessen Brieftasche, bevor er weglief. Ciudad Juarez ist bekannt als eine der gefährlichsten Städte der Welt. Vor allem Gemeindeleiter werden gezielt aufs Korn genommen.
  • 5. Februar 2018 – Germain Muniz und Ivan Anorve Jaimes, zwei Priester, werden im Staat Guerrero erschossen. Ihre Angreifer flohen. «Priester werden ganz gezielt angegriffen, denn sie erheben ihre Stimme gegen Ungerechtigkeit, Gewalt und Drogenhandel», informiert uns eine Kontaktperson.
     

Weitere religiös verfolgte Gruppen

Zeugen Jehovas und Mormonen
 

Rückblick auf die letzten 5 Jahre

  • Die Gewalt hat im Jahr 2018 drastisch zugenommen. Die Zahl der ermordeten Kirchenältesten hat sich fast verdoppelt. Die Zeit vor den Wahlen verschärfte die Spannungen und Angriffe auf religiöse Leiter und die Gewalt an indigenen Christen hat zugenommen.
  • Die Regierungszeit von Präsident Peña Nieto von 2012 bis Ende 2018 gilt in Bezug auf die Verfolgung von Christen als eine der schlimmsten. Die Hürden und Komplikationen im Gemeinschafts- und zivilen Leben hatten zugenommen und die Gewalt ist auf ein gefährlich hohes Niveau gestiegen.

Christenverfolgung

Rang im Index: 
39
Rang im letztjährigen Index: 
39