Mauretanien
Flagge
Regierungschef
Mohamed Ould Abdel Aziz
Bevölkerung
4 540 000
Christen
10 100
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Islamische Republik


Überblick

Die politische, wirtschaftliche und soziale Lage Mauretaniens begünstigt das Aufkommen eines radikalen Islam. Es ist eines der ärmsten Länder der Welt, ein Drittel der Kinder sind unterernährt. Die noch immer existierende Sklaverei ist eines der größten Probleme und spaltet die Gesellschaft aus arabischen oder berberischen Mauretaniern und Bevölkerungsgruppen, die südlich der Sahara herstammen.
 

Zur Situation der Christen

  • Die Mehrheit ist katholisch. Es gibt Gemeinschaften christlicher Einwanderer sowie einige hundert mauretanischer Christen muslimischer Herkunft.
  • Die Christen leben in einem sehr restriktiven Umfeld, das es ihnen schwer macht, sich zu treffen. Christliche Einwanderer aus Subsahara-Afrika oder Mitglieder von NGOs haben Angst, ihren Glauben zum Ausdruck zu bringen. Sie fürchten den Vorwurf, Muslime dem Islam abzuwerben und sie deswegen strafrechtlich verfolgt werden. Christen muslimischer Herkunft treffen sich nur unter größter Geheimhaltung. Die Bevölkerung radikalisiert sich und Christen leben unter der ständigen Bedrohung durch terroristische Gruppen wie AQIM (Al-Kaida im Maghreb).
  • Im ersten Jh. nach Christus war der christliche Glaube die Möglichkeit, seinen Widerstand gegen die römischen Besatzer auszudrücken. Mit dem Islam ging eine Arabisierung des Landes einher. Das Christentum erschien erst wieder im Jahr 1904 mit französischen Kolonisten.
     

Beispiele der Verfolgung

17. November 2017 – In einer Erklärung kündet Justizminister Brahim Ould Daddah die Einführung eines Dekrets an mit verschärften Sanktionen bei Blasphemie und Apostasie: «Jeder Muslim, ob Mann oder Frau, der Mohammed, seine Diener, den Koran ... verspottet oder beleidigt, wird mit der Todesstrafe bestraft, selbst wenn er bereut»
 

Rückblick auf die letzten 5 Jahre

Das neue Gesetz bezüglich Blasphemie- und Apostasie führt auf dem aktuellen WVI zu einer Veränderung vom 47. auf den 25. Platz, denn eine Bekehrung vom Islam zum Christentum gilt als Verrat an Familie und Stamm. Der Anstieg in der Rangliste ist leider eher einem besseren Zugang zu den Informationen geschuldet als einer tatsächlichen Zunahme der Verfolgung, die bereits in den Vorjahren sehr hoch ausgefallen ist. Reine Tätlichkeiten werden wenig gezählt, vermutlich einfach, weil nicht alle Fälle gemeldet werden.

Christenverfolgung

Rang im Index: 
25
Rang im letztjährigen Index: 
47