Laos
Flagge
Regierungschef
Bounnhang Vorachith
Bevölkerung
7 064 000
Christen
227 000
Hauptreligion
Buddhismus
Staatsform
Kommunistischer Staat


Überblick

Die aktuell regierende kommunistische Partei hat keine Pläne für demokratische Reformen und wird von den zwei Nachbarn China und Vietnam beeinflusst, die Gesellschaft unter Kontrolle zu halten. Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte haben wenig Bedeutung. Die Behörden setzen buddhistische Leiter und Vorsteher traditioneller Religionen zur Überwachung der Bevölkerung ein, die zur Hälfte aus ethnischen Minderheiten besteht.
 

Die Situation der Christen

  • Zwei Drittel der Christen sind evangelisch, ein Drittel katholisch. Die Katholiken sind mehrheitlich laotischer Herkunft, während ethnische Minderheiten wie Hmong oder Khmu, welche die Hälfte der Christen ausmachen, evangelisch geprägt sind. 75% der von der Regierung genehmigten Gemeinden der evangelischen Kirche verfügen über kein permanentes Gebäude.
  • Der kommunistische Machtapparat überwacht und kontrolliert alle religiösen Aktivitäten, auch die der registrierten Kirchen. Alle Versammlungen müssen angemeldet werden, was nicht registrierte Hauskirchen in den Untergrund zwingt. Regelmäßig wechseln sie ihre Treffpunkte oder besuchen sich in ihren Wohnräumen. Neubekehrte werden beschuldigt, sich von der Gemeinschaft abzusondern. Sie werden von Großfamilie, örtlichen Behörden und religiösen Leitern verfolgt.
  • Das Christentum fasste im 1878 Fuß, als katholische Missionare auf einer Insel im Mekong die erste Gemeinde gründeten. Evangelische Strömungen entstanden ab 1948 und wurden von der durch die laotische Mehrheit dominierte Khmer-Minderheit und anderen ethnischen Minderheiten mit großer Begeisterung aufgenommen. Seit den 1970er-Jahren bemüht sich das kommunistische Regime, das Christentum auszurotten, jedoch ohne Erfolg.
     

Beispiele der Verfolgung

  • Mitte Oktober 2019 – In der Provinz Xaisomboun wird eine aus 23 Familien bestehende Kirche von den örtlichen Behörden angewiesen, alle Versammlungen zu stoppen. Die Christen müssen ein Dokument unterzeichnen, in dem sie ihrem christlichen Glauben abschwören. Diejenigen, die nicht unterschreiben, versammeln sich trotz des Risikos weiter.
  • Im August 2019 – In einer weiteren der nördlichen Provinzen ordnen die örtlichen Behörden ebenfalls die Schließung einer Kirche an, weil sie keine Lizenz hat. Einige Tage später wird der Kirche das Versammlungsrecht gewährt, aber die Drohung zur Schließung bleibt bestehen.
  • 29. Mai 2019 – Eine christliche Mutter wird zweimal auf den Kopf geschlagen, als sie ihr Baby schützten wollte. Ein weiteres Kind wird ebenfalls auf den Kopf geschlagen. Diese christliche Familie wird seit über acht Jahren von den Dorfbewohnern gequält.
     

Andere religiös verfolgte Gruppen

Einige buddhistische Strömungen und Animisten
 

Das «Gesicht» der Verfolgung

  • Die Verfolgung verschärfte sich in diesem Jahr durch ein höheres Gewaltaufkommen: Drohungen und Kirchenschließung, körperliche Angriffe, Inhaftierung, Vertreibung von Christen aus ihren Dörfern usw. Das Wirken der Kirchen wird von den Behörden behindert. Ehemalige Buddhisten werden von ihren Familien abgelehnt.
  • Besonders schwerwiegend ist die Verfolgung in den Provinzen Houaphan, Luang Namtha, Phongsali im Norden und Savannakhet im Süden des Landes, wo die lokalen Behörden offenbar entschlossen sind, ihre Region vom Christentum zu «befreien».
     

Hauptmechanismen der Verfolgung

Kommunistische Unterdrückung, ethnisch oder traditionell begründete Anfeindungen

Christenverfolgung

Rang im Index: 
20
Rang im letztjährigen Index: 
19