Kasachstan
Flagge
Regierungschef
Kassym-Jomart Tokajew (Interimspräsident)
Bevölkerung
18 404 000
Christen
4 576 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Republik


Überblick

Kasachstan ist offiziell eine konstitutionelle, demokratische und säkulare Republik, die seit ihrer Gründung von Präsident Nursultan Nasarbajew regiert wird. Um seine Machtposition zu stärken, ergreift er zunehmend zu autoritären Maßnahmen. Diese sind: repressive Politik, strenge Medienkontrolle, restriktive Gesetzgebung. Eine politische Opposition ist nicht möglich.
 

Zur Situation der Christen

  • Die überwiegende Mehrheit der Christen in Kasachstan kommt aus den historischen Kirchen: orthodox, katholisch und protestantisch. Es gibt eine kleine Gruppe von Christen mit einem muslimischen Hintergrund, die sich zu unabhängigen und nicht-traditionellen Gemeinden zählen.
  • Seit 2011 schränkt die Gesetzgebung die Religionsfreiheit ein, die Regierung hat die Überwachung der Kirchen intensiviert, und die Anzahl Razzien und Verhaftungen durch die Polizei haben zugenommen. Die orthodoxe Kirche ist davon am wenigsten betroffen, am anderen Ende befinden sich Christen muslimischer Herkunft. Sie werden durch Staat, Familie, Freunde und Gemeinwesen verfolgt.
  • Das Christentum entstand im 7. und 8. Jh. durch nestorianische Missionare und verschwand im 14. Jh. In den 1930er-Jahren kamen Orthodoxe, Katholiken und Protestanten ins Land, die von Stalin während der «Großen Reinigung» aus der Sowjetunion vertrieben wurden. In den ersten Jahren der Unabhängigkeit des Landes (1991) entstand eine Kirche aus einheimischen Kasachen.
     

Beispiele der Verfolgung

  • Erstes Halbjahr 2018 – Total wurde gegen 69 Personen, darunter 14 Christen, wegen religiöser Aktivitäten vorgegangen. 13 waren Mitglieder einer Baptistengemeinde. Geldbußen können bis das Vierfache eines durchschnittlichen Monatsgehalts betragen, Strafmaßnahmen für religiöse Aktivitäten (Verteilung von Literatur oder Gebetstreffen) drei Monate. Strafrechtlich verfolgt werden auch Gemeinden und Gemeinschaften.
  • 11. Januar 2018 – In einer Stadt nahe der usbekischen Grenze wurde Dilobarchon Sultanowa von der Polizei verhaftet. Ihr wird «illegale Missionstätigkeit» und «die unerlaubte Nutzung religiöser Literatur» vorgeworfen. Ein paar Minuten zuvor hatte sie einem jungen christlichen Mädchen geholfen, das bereits einige Male den Gottesdienst besucht hatte, die Bibel auf ihr Smartphone herunterzuladen. Ohne Zweifel wurde Dilobarchon das Opfer einer Falle und am 13. März wieder freigelassen.
     

Weitere religiös verfolgte Gruppen

Juden, bestimmte muslimische Gruppen und Zeugen Jehovas
 

Rückblick auf die letzten 5 Jahre

  • Wie in anderen zentralasiatischen Ländern sind die gewalttätigen Angriffe auf Christen nach wie vor gering. Andererseits ist der Druck auf das private und kirchliche Leben als Folge des autoritären Regimes sehr groß. Evangelische Christen, die als von Ausländern beeinflusst gelten, stehen unter besonderer Aufmerksamkeit und Überwachung.
  • Die Situation der Christen hat sich in den letzten fünf Jahren deutlich verschlechtert. Teilweise erklärbar durch die striktere Haltung des Staates gegenüber religiösen Minderheiten. Aber auch die Schwierigkeiten die Konvertiten seitens ihrer Familien und in ländlichen Gebieten erleben, tragen zum höheren Wert des Druckes bei.

Christenverfolgung

Rang im Index: 
34
Rang im letztjährigen Index: 
28