Kuwait
Flagge
Regierungschef
Sabah al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah
Bevölkerung
4 197 000
Christen
436 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Rechtsstaatliches Emirat


Überblick

Kuwait ist eines der kleinsten und doch eines der reichsten Länder der arabischen Welt. Mehr als die Hälfte seiner Einwohner sind Ausländer, deren Rechte oftmals nicht respektiert werden. Die Religionsfreiheit ist in der Verfassung zwar verankert, aber die Realität sieht anders aus: Restriktiv und einschränkend, denn die Gesellschaft ist geprägt von einem konservativen Islam. Die Regierung beschränkt entschlossen sowohl die Meinungs- und die Versammlungsfreiheit.
 

Zur Situation der Christen

  • Die meisten Christen sind Gastarbeiter. Sie treffen sich an den wenigen ihnen zur Verfügung gestellten Orten zum Gottesdienst. Es ist sehr schwierig, neue Lokalitäten zu finden. Die einheimischen Christen muslimischer Herkunft dürfen diese Stätten der Anbetung nicht besuchen.
  • Sie sind die Gläubigen, die am stärksten unter Druck kommen, vor allem durch ihre Familien und das Umfeld. Sie werden diskriminiert, belästigt, von der Polizei überwacht, eingeschüchtert und mit rechtlichen Hürden konfrontiert, da der Religionswechsel per Gesetz verboten ist.
  • Bereits im 4. Jh. lassen sich Spuren des Christentums finden, wie eine Kirche und ein Kloster belegen, die durch archäologische Ausgrabungen dank protestantischer Christen im Jahr 1903 entdeckt wurden. 1926 wurde die erste anglikanische Kirche gebaut und nach der Entdeckung der Ölvorkommen im Jahr 1937 brachten die Gastarbeiter ihre unterschiedlichen christlichen Glaubensrichtungen mit.
     

Beispiele der Verfolgung

Februar 2018 – Joanna Demafelis, eine 29-jährige philippinische christliche Angestellte wird ein Jahr nach ihrem Verschwinden im Gefrierschrank einer leeren Wohnung gefunden. Ihr Körper weist Folterspuren auf. Daraufhin werden ihr ehemaliger Arbeitgeber, Nader Essam Assaf, ein Libanese, und seine syrische Frau Mona verhaftet.
 

Weitere religiös verfolgte Gruppen

Hindus, Buddhisten und Sikhs

Rückblick auf die letzten 5 Jahre

  • In der konservativen und vom Stammesdenken geprägten Gesellschaft gilt der Wechsel vom Islam zum Christentum als Verrat an den familiären Wertvorstellungen. Die Regierung weigert sich, das Recht auf einen Religionswechsel uneingeschränkt zu garantieren, und beschwichtig so den radikalsten Teil der Gesellschaft. Dies hat einen großen Einfluss auf das kirchliche Leben. Nur kuwaitische Bürger erhalten eine Baugenehmigung, um ein kirchliches Gebäude errichten zu können. Damit legen sie aber ihre religiöse Identität bzw. Konversion offen, was sie in große Gefahr bringt.
  • Seit 2015 ist der Druck auf die Christen recht stabil. Das bezieht sich jedoch nur auf ausländische Christen. Einheimische sind in ihrem Privat- und Familienleben schweren Verfolgungen ausgesetzt, was ihre schwierige Situation in diesem konservativ muslimischen Land aufzeigt. Wobei das Ausmaß der Gewalttätlichkeiten gering geblieben ist.

Christenverfolgung

Rang im Index: 
43
Rang im letztjährigen Index: 
34