Nordkorea
Flagge
Regierungschef
Kim Jong-Un
Bevölkerung
25 611 000
Christen
300 000
Hauptreligion
Juche-Ideologie
Staatsform
Volksrepubik


Überblick

Nordkoreaner werden mit eiserner Faust regiert – gestützt auf zwei ideologische Pfeiler: einerseits der als «Juche» bezeichneten politischen Ideologie mit dem Fokus auf Autarkie und Selbstversorgung und zweitens durch einen extremen Personenkult der Kim-Familie, die in dritter Generation das Land regiert. Im Jahr 2018 trafen sich Kim Jong-Un, der seine Nachbarländer weiterhin mit seinem Atomprogramm bedroht, und US-Präsident Donald Trump zu einem Gespräch.
 

Zur Situation der Christen

  • Die nordkoreanische Kirche bewegt sich vollständig im Untergrund. Christen wird in der Gesellschaft keinen Platz eingeräumt, das Christentum öffentlich verurteilt. Es ist für Christen fast unmöglich, sich zu einem Gottesdienst zu treffen, denn wenn er entdeckt wird, wird er entweder sofort getötet oder zusammen mit seiner Familie in ein Zwangsarbeitslager gesteckt. Kinder werden ermutigt, ihre Eltern zu denunzieren.
  • Die Mitglieder der nordkoreanischen Kirche sind hauptsächlich Koreaner aus Gemeinden, die bereits vor dem Koreakrieg existierten. In der Hauptstadt Pjöngjang gibt es vier offizielle Kirchen: eine katholische, zwei protestantische und eine russisch-orthodoxe. Es sind sogenannte Scheinkirchen, die der Propaganda des Regimes dienen.
  • 1603 brachte ein aus China zurückgekehrter koreanischer Diplomat einen neuen Glauben mit – das Christentum. Im Jahr 1758 verbot der König das Christentum und eine erste Verfolgungswelle durchzog das Land. 1886 kamen die ersten protestantischen Missionare ins Land. Pjöngjang wurde aufgrund einer Erweckung bald als «Jerusalem des Ostens» bezeichnet. Sowohl unter der japanischen Besetzung und während des Koreakrieges wie seit der Machtübernahme durch Kim Il-Sung nach dem Zweiten Weltkrieg werden Christen verfolgt.
     

Beispiele der Verfolgung

  • 9. September 2018 – Nordkorea feiert auf spektakuläre Weise sein 70-jähriges Bestehen. Die Verfolgung der Christen hat in der Regierungszeit von Kim Il-Sung, von Kim Jong-Il und von Kim Jong-Un nie aufgehört. Open Doors schätzt, dass zwischen 50 000 und 70 000 Christen wegen ihres christlichen Glaubens inhaftiert sind.
  • 9. Mai 2018 – Im Vorfeld des Treffens zwischen Präsident Trump und Kim Jong-Un werden 3 amerikanische Staatsbürger koreanischer Herkunft freigelassen. Darunter ist Kim Hak-Song, der im Mai 2017 verhaftet wurde, weil er «das Verbrechen» beging, Morgengebete einer christlichen Lobpreisgruppe zu leiten, was als feindseliger Akt gegen das Regime galt. Kim Hak-Song arbeitete mit anderen Akademikern in Pjöngjang an der landwirtschaftlichen Entwicklung des Landes.
     

Weitere religiös verfolgte Gruppen

Alle Religionen außer der Juche-Ideologie werden als Aberglaube eingestuft und daher bekämpft.
 

Rückblick auf die letzten 5 Jahre

Nordkoreaner sind in allen Lebensbereichen extremer Kontrolle ausgesetzt, sowohl durch massiven Druck wie auch durch rohe Gewalt. Der Grad der Verfolgung hat sich die letzten Jahre nicht verändert: Kim Jong-Un setzt die Politik der religiösen Verfolgung seiner Vorgänger ungehindert fort. Die Gewalttätigkeiten gegen Christen haben im dritten Jahr in Folge sogar noch zugenommen, wohingegen der tägliche Druck auf dem höchsten Niveau stehen geblieben ist. Die diplomatischen Ereignisse im Jahr 2018 haben die Lage der Christen keineswegs verbessert. Im Gegenteil: das Regime hat seine Jagd nach «subversiven» Bürgern verstärkt.

Christenverfolgung

Rang im Index: 
1
Rang im letztjährigen Index: 
1