Iran
Flagge
Regierungschef
Ali Chamene’i
Bevölkerung
82 012 000
Christen
800 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Islamische Republik


Überblick

Mit dem Wiener Nuklearabkommen im Jahr 2015 gewinnt der Iran als zunehmend reicheres Land mehr und mehr Einfluss. Aber es ist unwahrscheinlich, dass dies die Regierung dazu bringen wird, im eigenen Land Menschenrechte und Religionsfreiheit zu respektieren. Die Wiederwahl Rohanis im Mai 2017 als Präsident bestätigt zwar den Aufstieg der «Gemäßigten» als politische Macht, aber die iranisch islamische Republik bleibt ein autoritäres Regime und hat den erklärten Willen, im Nahen Osten den schiitischen Islam als Staatsreligion auszuweiten. 

Die Position des Obersten Religionsführers Ayatollah Ali Khamenei, dem alle staatlichen Institutionen unterworfen sind, ist bezeichnend für die politische Kontrolle des Klerus im Land. Gesetzgebende Gewalt ist die Scharia. Perser, bzw. einheimische Iraner, sind Muslime, etwas anderes gibt es nicht. Das Christentum wird als westlicher Einfluss angesehen und stellt eine Bedrohung für die nationale islamische Identität dar. Konvertiten mit einem muslimischen Hintergrund werden darum nicht anerkannt. 

Zur Situation der Christen

  • Einzig die armenischen und assyrischen Christen als historische Minderheit haben das Recht, sich für Gottesdienste versammeln zu dürfen, aber die freie Äußerung ihrer religiösen Überzeugungen, insbesondere in persischer Sprache (Farsi), wird unterdrückt.
  • Iranische Christen mit einem muslimischen Hintergrund dürfen diese anerkannten Kirchen nicht betreten und treffen sich darum heimlich in Hauskirchen. Das ist sehr risikobehaftet. Werden sie entdeckt, drohen ihnen Belästigungen, Verhaftungen, Verhöre, Gefängnis und manchmal auch Folter. Im Jahr 2017 wurden mindestens 52 Christen verhaftet.

Beispiele der Verfolgung

  • 8. September 2017 – Christlichen Kinder aus zwei Schulen, eine in Shiraz, die andere in Rasht am Kaspischen Meer, wird gedroht, sie aus der Schule auszuschliessen, wenn sie den schiitischen Religionsunterricht nicht besuchen. 
  • 1. August 2017 – Nach vier Jahren Haft wird Maryam Naghash Zargaran aus dem Gefängnis entlassen. Sie hat mehrere Hungerstreiks hinter sich, um gegen Misshandlungen zu protestieren und medizinische Hilfe zu verlangen.

Christenverfolgung

Rang im Index: 
9
Rang im letztjährigen Index: 
10