Äthiopien
Flagge
Regierungschef
Abiy Ahmed
Bevölkerung
107 535 000
Christen
64 037 000
Hauptreligion
Christentum (Orthodoxie)/Islam
Staatsform
Bundesstaatliche Republik


Überblick

Äthiopien ist eine säkulare demokratische Republik, die jedoch die Demonstrationen im Jahr 2017 für mehr Menschenrechte stark unterdrückt hat. Als Hoffnungsträger gilt Dr. Abiy Ahmed, der im April 2018 das Amt als Premierminister übernahm. Er führte eine Reihe von diplomatischen, wirtschaftlichen und sozialen wie politischen Reformen durch, bis hin zur Freilassung politischer Gefangener.
 

Zur Situation der Christen

  • Die überwiegende Mehrheit der Christen zählt sich zur orthodoxen Kirche Äthiopiens. Evangelische Gemeinden nehmen jedoch zu. Christen dieser Kirchen werden verfolgt, sowohl von der Regierung wie von der äthiopisch-orthodoxen Kirche. Christen muslimischer Herkunft und Mitglieder aus der historischen Kirche, die sich dem evangelischen Glauben zuwenden, werden von ihren Familien und ihrem Umfeld verfolgt. In einigen Regionen werden Christen auch gesellschaftlich abgelehnt und man verweigert ihnen den Zugang zu Leistungen der Kommune. Von Islamisten angestiftet, überfallen ganze Gruppen aufgebrachter Menschen Kirchengebäude und zerstören sie.
  • Das Christentum fasste im 4. Jh. Fuß als die königliche Familie konvertierte. Das daraus entstandene orthodoxe Christentum blieb bis 1974 Staatsreligion. Portugiesen versuchten im 16. Jh. erfolglos, ebenso die Protestanten im 19. Jh., Eingang in die Bevölkerung zu finden.
     

Beispiele der Verfolgung

  • 7. August 2018 – In Ostsomali wurden 10 orthodoxe Kirchen zerstört und 15 Priester getötet, 9 evangelische Gemeinden ebenfalls verwüstet oder geplündert. Es handelt sich dabei um grenzüberschreitende Angriffe paramilitärischer Gruppierungen in dem seit Jahren andauernden Stammeskonflikt zwischen Oromos und Somalis.
  • 23. Januar 2018 – Der 24-jährige evangelische Christ, Temesgen Mitiku Mezemir, wurde von Mitgliedern der äthiopischen orthodoxen Kirche beschuldigt, den «Frieden und religiöse Gefühle zu beleidigen». In Arba Minch wurde er am 2. Februar vom Gericht zu 7 Monaten Gefängnis verurteilt. Sein Berufungsantrag wurde abgelehnt. Er hatte sich zum vierhundert Jahre alten «Tabot» geäussert, einer Nachbildung der Bundeslade und heiligem Objekt der orthodoxen Christen.
  • 22. Januar 2018 – Die Kirche «Hiwot Birhan» in Woldiya wurde bei Zusammenstößen zwischen der Polizei und Mitgliedern der orthodoxen Kirche attackiert. Es wurde niemand verletzt, aber das Gebäude erlitt erhebliche Schäden.
     

Weitere religiös verfolgte Gruppen

Muslime
 

Rückblick auf die letzten 5 Jahre

  • Äthiopiens Bevölkerungsmehrheit ist zwar christlich geprägt, paradoxerweise werden Christen jedoch trotzdem verfolgt und sind in allen Lebensbereichen schweren Repressionen ausgesetzt (Zunahme über 60 Prozent). 2018 gilt als «schwarzes» Jahr der Gewalt: Über 20 Christen, darunter auch orthodoxe Priester, wurden getötet. Speziell zu beobachten lässt sich seit 2015, dass die kaum merklichen Formen der Unterdrückung tendenziell abnehmen, dafür die offensichtlich rohe Gewalttätigkeit stetig zunimmt.
  • Der radikale Islam nimmt überall zu und Christen werden schikaniert. Ihnen wird häufig der Zugang zu öffentlichen von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Infrastrukturleistungen verweigert – sehr ausgeprägt in ländlichen Gebieten, in denen Muslime eine Mehrheit bilden. Christen muslimischer Herkunft werden geächtet und ihrer familiären Rechte beraubt.

Christenverfolgung

Rang im Index: 
28
Rang im letztjährigen Index: 
29