Eritrea
Flagge
Regierungschef
Isaias Afwerki
Bevölkerung
5 188 000
Christen
2 474 000
Hauptreligion
Islam/Christentum (Orthodoxie)
Staatsform
Republik


Überblick

Der UN-Sicherheitsrat hat am 14. November 2018 beschlossen, nach dem historischen und nicht erwarteten Friedensabkommen mit Äthiopien die Sanktionen gegen Eritrea aufzuheben. Trotzdem ist vorerst keine positive Veränderung in der Achtung der Menschenrechte festzustellen. Präsident Isaias Afwerki, seit der Unabhängigkeit im Jahr 1993 an der Macht, hat ein autoritäres Regime aufgerichtet und alle Macht auf sich vereinigt.
 

Zur Situation der Christen

  • Christen von Minderheitskirchen oder staatlich nicht anerkannten Gemeinden, besonders die der evangelisch protestantischen Bewegungen, werden diskriminiert. Sie werden von der Regierung und der eritreischen orthodoxen Kirche verfolgt und erhalten nur begrenzten Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen.
  • Konvertiten muslimischer Herkunft oder diejenigen, welche die eritreisch-orthodoxe Kirche verlassen, müssen mit Misshandlungen durch ihre Familien und Gemeinschaften rechnen. Die staatlichen Sicherheitskräfte führen zahlreiche Hausdurchsuchungen durch und verhaften die anwesenden Christen.
  • Das Christentum in Eritrea entstand vor mehr als tausend Jahren. 1864 erreichten drei protestantische Missionare aus Schweden das Land. Daraus entwickelte sich die eritreisch-lutherische Kirche. Die aktuelle evangelische Kirche entstand nach dem Zweiten Weltkrieg.
     

Beispiele der Verfolgung

  • 17. Juli 2018 – 35 christliche Gefangene (11 Frauen und 24 Männer) wurden auf Kaution aus dem Gefängnis Mai-Sirwa entlassen. Viereinhalb Jahre zuvor hatten sie ein Formular unterzeichnet, in dem sie sich verpflichteten, nicht weiter an christlichen Treffen teilzunehmen. Trotzdem wurden sie danach nicht freigelassen.
  • 7. Juni 2018 – Pastor Oqbamichel Haiminot wird freigelassen. Er ist der erste Kirchenälteste, der 2003 wegen seiner christlichen Aktivitäten inhaftiert wurde. Seit der Verhaftung verbrachte er nur 6 Monate in Freiheit. Seine letzte Verhaftung erfolgte im Oktober 2007. Obwohl keine Anklage gegen ihn erhoben wurde, verbrachte er 11 Jahre im schrecklichen Lager Mitire.
  • 5. März 2018 – Ein frisch verheiratetes Paar und seine Gäste, 10 christliche Freunde, wurden im Haus des Paares verhaftet. Man brachte sie zur Polizeistation Nr. 5 in Asmara. 8 Mitglieder der Gruppe wurden am nächsten Tag freigelassen, während die restlichen 4, einschließlich des jungen Paares, ins Gefängnis nach Adi Abeito gebracht wurden, wo die Braut am 27. März entlassen wurde.
     

Weitere religiös verfolgte Gruppen

Oppositionelle Muslime und Zeugen Jehovas
 

Rückblick auf die letzten 5 Jahre

  • In Eritrea sind Werte und Zahlen bezüglich Verfolgung fast mit denen des Vorjahres identisch. Sie sind im zivilen Leben extrem hoch und weisen auf eine Zunahme der Gewalttätigkeit aufgrund der Regierungspolitik hin, d.h. Überfälle durch Sicherheitskräfte auf Kirchen; Hunderte inhaftierter Christen, von denen einige seit mehr als einem Jahrzehnt unter schrecklichen Bedingungen im Gefängnis einsitzen.
  • Der Rückblick auf die vergangenen 5 Jahre lässt 3 Schlüsse zu:
  • Die Verfolgung ist ein nationales Phänomen, bei dem der Regierung eine Schlüsselrolle zukommt (das zeigt ein konstant hoher Extremwert in Bezug auf das zivile und kirchliche Leben); zweitens schwankt die Rate der Gewalt von Jahr zu Jahr je nach Anzahl getöteter Christen oder geschlossener Kirchen; drittens bleibt das Jahr 2015 das Jahr mit einem beispiellosen Höhepunkt an Gewalt und Druck auf Christen.

Christenverfolgung

Rang im Index: 
7
Rang im letztjährigen Index: 
6