Eritrea
Flagge
Regierungschef
Isaias Afwerki
Bevölkerung
5 432 000
Christen
2 552 000
Hauptreligion
Islam/Christentum (Orthodoxie)
Staatsform
Republik


Überblick

Neben dem Islam anerkennt die eritreische Regierung offiziell nur drei christliche Konfessionen: die orthodoxe Kirche von Eritrea, die katholische und die lutherische Kirche. Alle anderen christlichen Konfessionen gelten als illegal. Christen mit muslimischem Hintergrund und solche, welche der orthodoxen Kirche den Rücken kehren und sich einer anderen christlichen Konfession zuwenden, werden von ihren Familien und der Gesellschaft verfolgt. Evangelisch-protestantische Kirchen sind davon besonders betroffen und somit sind das Ziel der Regierung.

Das Christentum in Eritrea entstand vor über tausend Jahren. Erst im Jahr 1864 erreichten drei protestantische Missionare aus Schweden das Land. Daraus entwickelte sich die eritreisch-lutherische Kirche. Die aktuelle evangelische Kirche entstand nach dem Zweiten Weltkrieg.

Zur Situation der Christen

Christen leiden unter dem diktatorischen Regime, das zurzeit an der Macht ist. Junge Leute werden auf unbestimmte Zeit unter sehr harten Bedingungen in die Armee gezwungen, ohne sich auf das Recht berufen zu können, den Wehrdienst aus Gewissensgründen zu verweigern.

Nicht-lutherische Protestanten werden beim Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen, einschließlich sozialer Dienste, diskriminiert. Als Opfer der kirchlichen Überlegenheit der anerkannten Konfessionen haben sie weder das Recht, ihren Glauben zu praktizieren, noch das Recht, sich zu versammeln. Staatliche Sicherheitskräfte führen Hausdurchsuchungen durch und verhaften Hunderte von Christen. Viele werden ohne Gerichtsverfahren inhaftiert und sterben im Gefängnis aufgrund der mangelnden medizinischen Versorgung, durch Folter oder der unmenschlichen Haftbedingungen. Unter diesem Druck und auf der Flucht vor der staatlich geförderten Gewalt, verlassen viele das Land.

In überwiegend muslimischen Gebieten leiden diejenigen, die Christen werden, unter der islamischen Unterdrückung und werden von ihren Familien und der Gesellschaft verfolgt.

Beispiele der Verfolgung

9. September 2020 – Als möglicherweise pandemiebedingte Entscheidung der Regierung wurden etwa zwanzig Christen, die seit Jahren inhaftiert waren, gegen Kaution freigelassen. Nach wie vor sind zwischen 1500 und 3000 Christen weiterhin inhaftiert, weil sie sich dem Gesetz von 2002 widersetzt haben, welches jegliche Religionsausübung außerhalb des sunnitischen Islam und des orthodoxen, katholischen oder lutherischen Christentums verbietet. Mehrere sind aufgrund der unmenschlichen Bedingungen in den Internierungslagern gestorben. Zu den bekannten Gefangenen gehören Haile Naigzhi, Futsum Gebrenegus, Gebremedhin Gebregiorsis, Kidane Weldou, Kiflu Gebremeskel, Meron Gebreselasie und Tekleab Menghisteab.

Verfolgung in den fünf Lebenssphären

Die Regierungspolitik stellt nach wie vor die Hauptursache für die Verfolgung von Christen dar, die auch in der Gesellschaft mit starker Intoleranz und Diskriminierung konfrontiert sind (hohe Punktzahlen im zivilen und sozialen Leben).

Wichtigste Mechanismen der Verfolgung

Konfessioneller Protektionismus, Totalitarismus

Christenverfolgung

Rang im Index: 
6
Rang im letztjährigen Index: 
6