Zentralafrikanische Republik
Flagge
Regierungschef
Faustin Archange Touadéra
Bevölkerung
4 826 000
Christen
3 599 000
Hauptreligion
Christentum/Islam
Staatsform
Republik


Überblick

Seit dem Jahr 2013 versinkt das Land zunehmend im Chaos. Große Teile des Landes sind noch immer von Gewalt geprägt. Verschiedene bewaffnete Gruppen kämpfen in verschiedenen Regionen weiterhin um die Hoheit über das Territorium. Die darunter leiden, sind Zivilisten, humanitäre Mitarbeitende und Soldaten der Friedenstruppen. Im vergangenen Februar 2019 wurde ein politisches Abkommen für Frieden und Versöhnung zwischen der Regierung und 14 bewaffneten Gruppen unterzeichnet. 
 

Die Situation der Christen 

  • Die Mehrheit der Zentralafrikaner versteht sich als Christen. Die gößte Gemeinschaft sind Katholiken, gefolgt von evangelisch-protestantischen Gemeinschaften. Die Zahl der unabhängigen Kirchen wächst rasant. Seit 2013 werden Christen von folgenden islamischen Rebellengruppen bedrängt: Seleka (mittlerweile zwar entwaffnet, aber noch immer aktiv), FPRC, UPC («Union pour la paix en Centrafrique») sowie 3R. In muslimisch geprägten Regionen und Quartieren werden Christen tagtäglich bedrängt. Ihre Leiter, die diese Gewalt anprangern, werden bedroht und ihre Kirchen entweder geplündert oder zerstört. Die herrschende Gewalt hat Tausende vertrieben. Sie haben alles verloren und leben in Lagern. Christen muslimischer Herkunft stehen zusätzlich unter sehr starkem Druck seitens ihrer Familien; die Gemeinschaft ächtet sie und versucht sogar, sie durch Gewalt zum Islam zurückzubringen. 
  • Das Christentum verbreitete sich mit der Ankunft der Franzosen in den 1880er-Jahren und war vorherrschend und bereits gut etabliert, als die Protestanten ums Jahr 1921 in der Region eintrafen. 
     

Beispiele der Verfolgung 

  • 4. Dezember 2018 – In der Stadt Ippy wurde ein von der Kirche geleitetes IDP-Lager angegriffen. Die Rebellen der UPC feuerten auf die Flüchtlinge, die im Busch Schutz zu suchen versuchten. Mindestens drei Personen, darunter zwei Kinder, wurden verletzt. Die genaue Zahl der Opfer ist jedoch nicht bekannt.  
  • 15. November 2018 – Im Südosten des Landes werden beim Angriff auf die Kathedrale von Alindao und eines nahe gelegenen Flüchtlingslager 42 Menschen getötet, darunter auch zwei Priester. Die Angreifer waren Kämpfer von Ali Darras’ UPC, einer Fraktion der muslimischen Rebellenkoalition Seleka. Sie plünderten und verbrannten die Kathedrale und im Flüchtlingslager wurden 40 Menschen hingerichtet, weiter sind seither verschwunden. 
     

Weitere religiös verfolgte Gruppe 

Muslime sind das Ziel der Anti-Balaka (Animisten) 
 

Das «Gesicht» der Verfolgung 

  • Die Gewalt hält sich auf hohem Niveau, gezielte Tötungen, körperliche Übergriffe, Entführungen und die Zerstörung von Kirchen sind alltäglich geworden. In Teilen der von Rebellengruppen kontrollierten Gebieten wird die Scharia angewandt, Christen von der Gemeinschaft überwacht und sozial an den Rand abgedrängt. 
  • Im Norden des Landes sind die Rebellengruppen weiterhin sehr aktiv und greifen Christen im Namen des Islam an. In Bria, im Zentrum des Landes, gibt es ein riesiges Flüchtlingslager, in dem 30 000 Flüchtlinge leben. Die meisten von ihnen sind Christen. 
     

Hauptmechanismen der Verfolgung 

Islamischer Extremismus und systematische Korruption 

Christenverfolgung

Rang im Index: 
25
Rang im letztjährigen Index: 
21