Zentralafrikanische Republik
Flagge
Regierungschef
Faustin Archange Touadéra
Bevölkerung
4 737 000
Christen
3 456 000
Hauptreligion
Christentum/Islam
Staatsform
Republik


Überblick

Der Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik ist seit mehreren Jahren festgefahren und erscheint kaum noch in der Berichterstattung. Drei Viertel des Landes sind von bewaffneten Banden besetzt. Der Staat ist nicht in der Lage, Frieden herzustellen. Die Bevölkerung erleidet schwerste Menschenrechtsverletzungen. Nach Angaben der UNO benötigen weiterhin rund 2,5 Millionen Menschen humanitäre Hilfe.

Zur Situation der Christen

  • Die Mehrheit der Zentralafrikaner versteht sich als Christen. Die meisten sind Katholiken, gefolgt von evangelisch-protestantische Gemeinschaften. Die unabhängigen Kirchen wachsen schnell.
  • Seit 2013 werden Christen von den islamischen Rebellengruppen bedrängt: durch die Seleka (mittlerweile zwar entwaffnet, aber noch immer aktiv), durch FPRC, UPC sowie 3R. In muslimisch geprägten Regionen und Quartieren werden Christen tagtäglich bedrängt. Ihre Leiter, die diese Gewalt anprangern, werden bedroht und ihre Kirchen entweder geplündert oder zerstört. Die Ausschreitungen und Massaker haben Tausende vertrieben. Sie haben alles verloren und leben in Lagern. Unter besonderem Druck stehen Christen muslimischer Herkunft.
  • Das Christentum verbreitete sich mit der Ankunft der Franzosen in den 1880er-Jahren und war vorherrschend. Der Katholizismus war bereits gut etabliert, als die Protestanten ums Jahr 1921 in der Region ankamen.
     

Beispiele der Verfolgung

  • 4. und 5. September 2018 – In Bria, im Osten des Landes, kamen bei einem Milizangriff auf eine Gruppe von Christen, die von der Landarbeit zurückkehrten, 42 Menschen ums Leben, die meisten waren Frauen. Sie wurden erschossen oder mit Macheten getötet. Berichten zufolge verübte eine Fraktion der ehemaligen Rebellengruppe Seleka das Massaker. Die Leichen fand man in der Nähe einer UN-Soldatenbasis und eines Flüchtlingslagers, in dem Christen schikaniert und bedroht werden.
  • 1. Mai 2018 – Der Angriff mit Granaten und Schusswaffen auf Tausende von Gläubigen, die sich in der Kirche «Notre Dame de Fatima» in der Hauptstadt Bangui versammelten, forderte 16 Tote und Hunderte Verwundeter. Präsident Faustin-Archange Touadéra, ein Christ, rief eine dreitägige Nationaltrauer aus.
     

Weitere religiös verfolgte Gruppen

Muslime, die von Anti-Balaka (Animisten) angegriffen werden.
 

Rückblick auf die letzten 5 Jahre

  • Die Gewalt gegen Christen spiegelt den Konflikt zwischen den Milizen der Anti-Balaka und den Gruppierungen ehemaliger Seleka. Letztere haben zahlreiche Christen umgebracht. Die Gewalt traumatisiert und schüchtert Christen ein, was zu Spannungen in allen ihren Lebensbereichen führt.
  • Druck und rohe Gewalt erreichten im Jahr 2018 einen Höchstwert. Die Verfolgung geht Hand in Hand mit der Intensität des ganzen Konfliktes, der seit mehreren Jahren andauert.

Christenverfolgung

Rang im Index: 
21
Rang im letztjährigen Index: 
35