Bhutan
Flagge
Regierungschef
Tshering Tobgay
Bevölkerung
826 000
Christen
30 000
Hauptreligion
Mahayana Buddhismus
Staatsform
Königreich


Überblick

Bhutan ist ein kleines Land, das zwischen den zwei Giganten China und Indien eingekeilt und seit 2008 eine konstitutionelle Monarchie ist. Der König hat die letzte Entscheidungsgewalt. In knapp zehn Jahren hat sich das bisher fast völlig isolierte Land geöffnet, entwickelt und modernisiert. Jeder Bhutaner gilt als Buddhist, und diejenigen, die zu einem anderen Glauben konvertieren, werden mit Misstrauen betrachtet. 
 

Die Situation der Christen 

  • Die meisten Christen sind nepalesischer Herkunft, mit einer Minderheit als römische Katholiken und einer Mehrheit, die sich als evangelisch bezeichnet bzw. zu einer Pfingstgemeinde zugehörig nennt. 
  • Jeder Bhutaner ist per se Buddhist, wer sich für das Christentum entscheidet, wird mit Misstrauen betrachtet, und die Menschen um ihn herum tun alles, um ihn zur Rückkehr zu seiner ursprünglichen Religion zu bewegen. Die Christen wurden vom Staat streng überwacht und stehen unter dem Druck religiöser Führer, der örtlichen Gemeinde und ihrer Familien. Täglich sind sie mit bürokratischen Schwierigkeiten konfrontiert und können sich nicht legal treffen, da der Staat keine Kirchen offiziell anerkannt. 
  • Die ersten Jesuitenmissionaren kamen 1626 nach Bhutan. Ihr Glaube etablierte sich aber nicht. 1963 wurde ein kanadischer Jesuitenpriester vom König, der das Land modernisieren wollte, eingeladen, ein englischsprachiges Schulsystem zu entwickeln. 
     

Beispiele der Verfolgung 

Aus Sicherheitsüberlegungen können wir keine weiteren Details veröffentlichen. 

  • Im Jahr 2019 – Eine christliche Gemeinschaft musste ihre Hausversammlungen nach entsprechenden Warnungen und Drohungen der Behörden einstellen. Zwei Pastoren wurden befragt. 
  • Im Jahr 2019 – Christliche Studenten wurden morgens und abends zur Teilnahme an buddhistischen Ritualen gezwungen und mussten die buddhistischen Schreine reinigen. 
  • Im Jahr 2019 – Aufgrund ihres Glaubens wurden christliche Bauern von der gemeinschaftlichen Pflanzung und Ernte ausgeschlossen. Letzteres eine traditionelle Praxis, bei der sich mehrere Bauern die Arbeitslast teilen und sich gegenseitig helfen. 
     

Andere religiös verfolgte Gruppen 

Muslime, Hindus. Jede öffentliche Praxis einer anderen Religion als des Buddhismus ist verboten. 
 

Das «Gesicht» der Verfolgung 

  • Der Rang Bhutans auf der WVI-Rangliste lässt sich durch eine fehlende Berichterstattung über Fälle von Gewalt gegen Christen erklären. Der Druck im Privat- und Familienleben ist nach wie vor hoch, was die täglichen Schwierigkeiten zeigen, die Konvertiten aus Buddhismus oder Animismus haben. Es gilt zu beachten, dass das Gesetz «Zwangskonversionen» bestraft – ein Begriff, der großzügig ausgelegt werden kann. Im weiteren Sinne kann er einfach nur das bloße Verteilen von christlichen Flugblättern beinhalten und eine Verhaftung rechtfertigen. 
  • Auf dem Land können buddhistische Mönche mit der Unterstützung der Behörden rechnen und gehen darum eher gegen Christen vor. Das Zusammengehen von Schamanismus und Buddhismus erhöht den Druck auf die Christen, vor allem im Zentrum und Osten des Landes. 
     

Hauptmechanismen der Verfolgung 

Religiöser Nationalismus 

Christenverfolgung

Rang im Index: 
45
Rang im letztjährigen Index: 
33