Allen Widrigkeiten zum Trotz überlebten die Christen und kehrten in ihre Heimat im Nordirak zurück, aus der sie vertrieben worden waren. Mit Ihrer anhaltenden Unterstützung stärken wir die lokale Kirche und befähigen sie, Hoffnung zu vermitteln. Dies ist die Geschichte von Dalia, die durch das Organisieren von Bibelgruppen für Frauen dazu beigetragen hat, dass ihre Kirche zu einem Zentrum der Hoffnung wird.

Eine frische Brise begleitet den atemberaubenden Blick auf die Berge in der Ninive-Ebene, die die kleine Stadt mit rund 40‘000 Einwohnern umgeben. Hier leben Christen, aber auch Jesiden, Schabak und Muslime. Gleich hinter dem Berg erinnert ein jahrhundertaltes Kloster an die historische Präsenz der Christen in dieser Gegend.

Dalia lebt mit ihrem Mann und ihren drei jungen erwachsenen Kindern in einer ruhigen Ecke der Stadt. Sie hat schöne, aber auch schmerzhafte Erinnerungen an diesen Ort. Dalia sagt: «Ich bin die Einzige aus meiner gesamten Familie, die noch hier ist.»

In den letzten 10 Jahren haben schätzungsweise 143’000 Christen den Irak verlassen. Doch selbst nachdem sie vom Islamischen Staat vertrieben worden waren, kehrten Dalia und ihre Familie in ihre Stadt in der Ninive-Ebene zurück ; hierhin fühlt sie sich berufen, um der Kirche zu dienen.

Dalias Leben ist nicht einfach: «Unsere Koffer sind immer gepackt für den Fall, dass wir wieder um unser Leben fliehen müssen. Ich bin sehr streng mit meinen Kindern ; ich ermahne sie, vorsichtig zu sein. Meine Tochter studiert in Mosul, wo es oft zu Entführungen und Explosionen kommt.»

Als sie in die Ninive-Ebene zurückkam, brauchte Dalia etwas, um ihren Glauben zu stärken und ihr Selbstvertrauen wiederherzustellen, und sie sah, dass die christlichen Frauen um sie herum dies ebenfalls brauchten. Zusammen mit einigen Nachbarinnen beschloss sie, zu handeln. «Wir dachten: Welcher Ort ist besser, um sich zu treffen, als die Kirche, und wo finden wir mehr Hoffnung als in der Bibel?»

Dalia und ihre Freundinnen wurden geschult, um Jüngerschaftstreffen für Frauen durchzuführen, und organisierten anschliessend regelmässige Bibelstunden für Frauen. Bis zu 150 Frauen nahmen an den Treffen teil, das sind etwa die Hälfte aller christlichen Frauen im Ort.

Die lokalen Mitarbeitenden, die Sie unterstützen, stehen in engem Kontakt mit Dalia und ihren Freundinnen. «Die einheimischen Mitarbeitenden sind eine grosse Unterstützung für uns, sowohl finanziell als auch moralisch. Mit ihrer Hilfe wurde die Kirche zu einem Zentrum der Hoffnung. Seit Beginn der Treffen besuchen mehr Leute die regulären Gottesdienste.»

Die Situation in der Ninive-Ebene ist nach wie vor angespannt, es kommt noch immer zu Gewalt gegen Christen. Aber dank Ihrer Unterstützung ist die Kirche standhaft und stark. «Wir haben das Gefühl, dass wir wieder hierher gehören. Wir fühlen uns zuversichtlicher und friedlicher», erzählt Dalia. «Ich möchte allen danken, die uns unterstützt haben. Wir als Kirche brauchen auch weiter jemanden, der uns zur Seite steht. Mit eurer Unterstützung können wir das Wort des Lebens genau hier, inmitten der Verfolgung, überbringen.»
Mit der Covid-19-Pandemie und dem Beginn des Lockdowns verwandelten sich die Wohnzimmer von Dalia und den anderen Frauen in kleine Kirchen. Das Bibelstudium zu Hause und im Internet ist unter den traditionellen Christen im Irak nicht sehr verbreitet, aber die Teilnehmerinnen der Frauengruppe haben in den Treffen gelernt, wie sie die Bibel studieren können.

Wie es weitergeht, weiss niemand. Die Pandemie hat den Irak nicht allzu hart getroffen. Doch Dalia weiss, dass es in jeder Situation nur eines gibt, was sie tun kann: sich auf den Herrn verlassen. « Ich erinnere mich immer an die Worte des Apostels Paulus und wiederhole sie in meinem Kopf: ‹Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus.› » /

Magazin September 2020 – Auszug

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