Über 60 Jahre Leidenschaft für die verfolgte Kirche

Bruder Andrew gründete Open Doors 1955. Als junger Mann erhielt er in Warschau die Berufung, der verfolgten Kirche zu dienen. Seitdem stellte er sein Leben in den Dienst der verfolgten Geschwister, zuerst in den damals kommunistischen Ländern Europas, dann auf der ganzen Welt. Seine Biografie «Der Schmuggler Gottes» erschien 1967. Über zehn Millionen Exemplare in 35 Sprachen wurden seither gedruckt. Andrew wurde am 11. Mai 2017 89 Jahre alt. Sein Herz schlägt weiterhin für die verfolgten Christen.

Hinter dem Eisernen Vorhang traf Andrew (bürgerlicher Name: Anne van der Bijl) zum ersten Mal auf Christen, die wegen ihres Glaubens verfolgt wurden. Er erkannte es als seine Lebensberufung, Christen beizustehen, die Unterstützung und Stärkung brauchen, zuerst im ehemaligen Ostblock, dann auf der ganzen Welt. Das war der Beginn von Open Doors.
Von seiner Biografie «Der Schmuggler Gottes» wurden mehr als zehn Millionen Exemplare in 35 Sprachen gedruckt, darunter auf Hebräisch und Arabisch. Viele davon schenkte Andrew politischen und religiösen Führern, um "ihnen zu zeigen, worum es im Christentum geht".

In einem Interview 2014 bei ihm zu Hause in den Niederlanden sprach Bruder Andrew über die Erfahrungen, die ihn und sein Werk geprägt haben. Hier einige Auszüge davon:

Gelegenheit beim Schopf packen

Man darf sich nicht von den Umständen versklaven lassen. Einen Teil des Lebens kann man selbst bestimmen, einen anderen nicht. Ich glaube, dass es dieser unkontrollierbare Teil ist, der von oben gegeben wird. Wenn sich Möglichkeiten bieten, muss man sie beim Schopf packen. Das hat Open Doors stark gemacht.

Mut

Einmal bereiste ich ein Land, wo ich niemanden kannte, und sprach trotzdem in rund 80 Versammlungen. Die Nachricht meiner Ankunft hatte sich ohne mein Zutun verbreitet. Alles fügt sich, so lange man sich keine Sorgen macht. Und in den Momenten, in denen man sich fürchtet – auch ich hatte solche Momente –, hält man einfach eine Weile inne.
Ich erinnere mich, wie ich allein an der ungarischen Grenze stand, mit dem Auto voller Bibeln, und schreckliche Angst hatte. Ich kehrte um, ging in ein kleines Hotel und betete und fastete, bis meine Angst vorüberging. Natürlich ist man angespannt, wenn man sich auf eine solche Reise begibt. Aber Mut erfordert Hartnäckigkeit. Nicht locker lassen, trotz der Angst.

Persönliche Verantwortung

Ich wünschte, die Menschen wären weniger gleichgültig, besonders in der heutigen Zeit, in der viele sagen: Ich kann nichts ändern. Dabei gibt es eine Million Dinge, die sie tun könnten! Heutzutage erwarten wir so viel für unser eigenes Leben und kümmern uns zu wenig um andere Menschen.

Offensiv handeln

Der Kampf ist im Gang. Doch wir müssen begreifen, dass es vor allem ein geistlicher Kampf ist. Das wird deutlich, wenn wir von den Konflikten in Nigeria, Somalia und überall in Afrika oder von den gefangenen Christen im Iran hören, wenn wir den Vormarsch der Taliban beobachten und wie sie offen den IS unterstützen. Der Teufel wird alles tun, um die Ausbreitung des Reiches Gottes zu verhindern. Jesus hat gesagt: Wenn die Welt mich hasst, wird sie auch euch hassen. Deshalb sollte uns die Zunahme der Verfolgung nicht überraschen.

Doch wir können viel tun und auf den Knien anfangen. Ich kann zwar nicht mehr reisen und meine Brüder und Schwestern besuchen, aber ich kann beten. Ich habe Christen dazu aufgerufen, offensiver zu sein. Mir scheint, viele sind zu ängstlich und zu sehr in der Defensive. Gott hat nicht verlangt, dass wir uns, die Kirche oder das Christentum als Ganzes verteidigen, sondern dass wir offensiv handeln.

>> Nehmen wir also die Herausforderung dieses Missionsauftrags an. Folgen wir dem Ruf des Herrn. Ich hoffe, durch mein Leben ein Zeugnis davon zu geben, dass es keine aufregendere Mission gibt, als Jesus nachzufolgen, wo immer er uns hinführt.
Bruder Andrew