Jedes Jahr gibt es die Möglichkeit, mit einer Reise den Alltag der Frauen der verfolgten Kirche kennenzulernen und in persönlichen Begegnungen mehr über ihre Herausforderungen vor Ort zu erfahren. 

Als Gruppe von Frauen besuchen wir Frauen in Ländern mit Verfolgung.

Aktuelle Reisen:

2019: Unsere Frauenreise im Oktober 2019 ging nach Kolumbien.

2020: Im August werden wir nach Indonesien reisen. Bitte kontaktieren Sie uns für Details . >> E-Mail

Reisebericht Kolumbien

Im Oktober 2019 reiste eine Frauengruppe nach Kolumbien. Im folgenden berichtet die Reiseleiterin aus der Schweiz von den eindrücklichen und unvergesslichen Begegnungen, die sie dort erlebt haben:

Während drei Tagen teilten wir das Leben mit vier indigenen Frauen und ihren Töchtern.  Die kulturellen Unterschiede zwischen uns Frauen waren enorm. Doch das gemeinsame Handarbeiten brach das Eis. Trotz Sprachbarriere kamen wir miteinander ins Gespräch. Von Tag zu Tag wurden die Gespräche offener. Unsere indigenen Glaubensschwestern leben sehr abgeschieden, weit weg in den Bergen. An Jesus zu glauben bedeutet für sie, viele Nachteile in Kauf zu nehmen. Trotzdem halten sie an Jesus fest.



Auf unserer Reise verbrachten wir auch einige Tage im Kinderzentrum El Hogar. Hier leben Kinder und Jugendliche, die nicht bei ihren Eltern bleiben können. Einige gehören der indigenen Bevölkerung an. Stammesälteste zwingen gläubige Eltern, ihre Kinder an den okkulten Stammesriten teilnehmen zu lassen. Andere kommen aus Gebieten, in denen die Guerilla und andere kriminelle Banden das Sagen haben. Häufig kommen die Jugendlichen aus Pastorenfamilien, die von den Guerillas bedroht werden.

Die Jugendlichen erhalten in El Hogar nicht nur eine gute Schulbildung, sondern sie können auch eine Berufsausbildung machen und lernen viel über den christlichen Glauben. Die indigenen Jugendlichen sind für den Stamm ein großer Segen, wenn sie gut ausgebildet zurückkommen. Auch die Jugendlichen aus den Guerillagebieten haben in ihrem Dorf bessere Chancen, wenn sie zurückkommen und selbst ein Geschäft aufbauen können.

Claudia, ein Mädchen aus einem Stamm, kam im Alter von 13 Jahren in die Schule. Da ihre Eltern aus dem Stamm vertrieben worden waren, weil sie an Jesus glaubten, konnte sie nie in die Schule gehen. So begann sie mit 13 Jahren in der ersten Klasse damit, lesen und schreiben zu lernen. Sie hat ihre Chance genutzt. Pro Jahr absolvierte sie gleich zwei Schuljahre und plant jetzt, an die Uni zu gehen um Ärztin zu werden. Sie möchte ihrem Stamm ganz praktisch helfen und gleichzeitig das Evangelium bringen.

Während der gesamten Reise sangen wir mit den Frauen und später mit den Jugendlichen immer wieder das Lied „Ich bin entschieden zu folgen Jesus“.  Es war ein Vorrecht ihnen trotz Sprachbarrieren dienen zu dürfen. Doch letztlich waren wir es, die beschenkt wurden. Ihre kompromisslose Nachfolge wurde uns zur Ermutigung und Stärkung.

Reisebericht Bangladesch

Eindrücke und Erlebnisse Bangladesch

Nach einem langen Flug treten wir morgens um 04.50 Uhr aus der klimatisierten Ankunftshalle des Flughafens Dhaka. Die Luft ist heiß und feucht. Und ab diesem Zeitpunkt höre ich nicht mehr auf, zu schwitzen. Draußen ist es bereits hell, und diese große, bunte, laute und chaotische Stadt ist am Erwachen und bereit, uns für ein einwöchiges Abenteuer zu empfangen.

An einem Tag reisten wir 14 Stunden, um in einem abgelegenen Dorf zwei Alphabetisierungsklassen zu besuchen. Die Reise war beschwerlich, denn die Straße, auf der wir fuhren, verwandelte sich unter den heftigen Regenfällen des Monsuns in eine lehmartige Masse mit Schlaglöchern. Am Schluss gingen wir zu Fuß zum Dorf, denn es gab keine Straße. Dort angekommen erwartete uns bereits die erste Alphabetisierungsklasse, die im Haus des Lehrers auf dem Boden saß. Der Lehrer, ein junger Mann, forderte verschiedene Schüler und Schülerinnen auf, ihren Namen auf eine alte Wandtafel zu schreiben. Die älteste Schülerin war wahrscheinlich so um die siebzig Jahre alt. Begeistert zeigte sie uns ihre Bücher und Übungshefte. Auch die Lehrer waren sehr engagiert, denn sie werden im Rahmen des Projektes ausgewählt, interviewt und angestellt. Und Lehrer sind in Bangladesch sehr angesehene Leute.

Anschließend besuchten wir ein anderes Projekt, das von Open Doors unterstützt wird. In diesem Projekt erhalten junge Männer in einem sechsmonatigen Vollzeittraining eine Ausbildung zum «Rural Doctor». Die medizinische Grundversorgung in Bangladesch ist prekär und deswegen sind solche «Ärzte» in entlegenen Regionen ein Gewinn. Sie können Untersuchungen durchführen, Hausbesuche machen, Medikamente abgeben und sogar kleine Operationen durchführen.

Der Besuch dieser beiden Projekte war für mich ein Augenöffner. Ich war innerlich bewegt darüber, was aus dem investierten Geld von Spendern tatsächlich geworden ist. Es war ein Geschenk, auch einmal auf der anderen Seite zu stehen und zu sehen, was aus dem Gegebenen entstanden ist.

 

Fußwaschung

Die Aussicht darauf, in der nächsten Stunde 240 stinkende und dreckige Füße waschen und massieren zu müssen, versetzte mich nicht gerade in Hochstimmung. Eine professionelle Masseuse, die Teil unseres Women to Women Reiseteams war, hatte die glorreiche Idee dazu gehabt. Ich erklärte mich bereit dazu, ohne wirklich zu wissen, was mich erwartete. Und nun knieten wir in einem mit Teppich belegten Raum mitten in einer großen Stadt in Bangladesch, jede mit zwei fremden Füßen im Schoß. Diese Füße waren unterschiedlicher Art. Einige waren vernarbt, andere voller Falten und andere führten zu sehr dünnen Unterschenkeln, die auf Unterernährung schließen ließen.

Das Betrachten dieser unterschiedlichen Füße und ihrer Geschichten berührte mich tief. Welche weiten Wege waren diese Füße schon gegangen? Was hatten diese Füße schon erlebt? Ich begann für die Trägerinnen dieser Füße zu beten. Nun waren es nicht mehr einfach stinkende und dreckige Füße. Plötzlich fühlte ich mich geehrt, genau diesen Frauen die Füße waschen zu dürfen. Jedes Mal, wenn ich das duftende Öl aus der Flasche in meine Hand leerte, fühlte ich mich wie Maria, als sie Jesus die Füße wusch. Es war ein unglaubliches Gefühl, diesen Frauen so dienen zu dürfen. Mehrere ältere Frauen sagten, dass noch nie jemand ihre Füße berührt hätte. Andere begannen zu weinen, weil noch nie jemand so etwas für sie getan hatte. Dieser Moment war ein heiliger Moment. Es war einer jener Momente, in denen ich genau wusste, dass ich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort war. Ich war genau dort, wo Gott mir begegnen wollte.