26.04.2019 /
Sri Lanka
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Sri Lanka: Beten wir mit unseren traumatisierten Geschwistern!

Es ist das tödlichste Attentat, das seit dem Bestehen von Open Doors je zu Ostern auf Christen verübt wurde. Unsere Partner in Sri Lanka sind vor Ort. Sie bitten um unser Gebet.

Sobald das Team die furchtbare Nachricht vernahm, machte sich unser lokaler Mitarbeiter Sunil* auf den Weg zur Zion Church in Batticaloa, an der Ostküste Sri Lankas. Vor Ort traf er Christen, die so traumatisiert waren, dass sie kaum beten konnten. Und in aller Munde war die Frage: «Warum?» Sunil berichtet: «Ich war mit anderen Partnern von Open Doors da und wir haben gebetet für die Familien, die Angehörige verloren haben, für die Kirchenältesten und für die Neubekehrten, damit sie sich von diesen schrecklichen Angriffen nicht entmutigen lassen.»

Die Zion Kirche ist eine der drei Kirchen, die der Islamische Staat an diesem Ostersonntag zu seiner Zielscheibe machte. Der IS hat sich zu dieser Reihe von acht Angriffen bekannt, die 359 Tote und über 500 Verletzte gefordert haben.

Der Selbstmordattentäter, ein gut gekleideter Mann mit einem Rucksack auf der Schulter, hatte es nicht spezifisch auf die Evangelische Zion Kirche abgesehen. Die bekannteste Kirche der Region ist eine katholische Kirche an der Hauptstraße. Der Mann begab sich am Morgen dorthin, aber die Messe war bereits am Vorabend gefeiert worden. So erkundigte er sich, ob andere Ostergottesdienste durchgeführt würden und ging dann zur Zion Kirche, einem Gebäude, das von der Hauptstraße aus nicht sichtbar ist.

Er tat so, als würde er auf jemanden warten. Er erklärte, er warte auf seine kranke Mutter und fragte, wann der Gottesdienst beginnen würde. Mehrere Personen, darunter die Frau des Pastors, sprachen den Selbstmordattentäter an. Eine von ihnen erinnert sich, dass der Mann stark schwitzte. Mehrere Gläubige baten ihn, einzutreten, Platz zu nehmen und seinen Rucksack abzulegen.

Batticaloa ist eine Region, die stark vom Bürgerkrieg geprägt ist, und die Bewohner sind daher stets sehr wachsam. So fiel das verdächtige Verhalten des Besuchers auf und jemand wurde beauftragt, mit ihm zu reden. Er schien zu zögern und erklärte, er müsse vorerst einen Anruf tätigen. Ein Zeuge erinnert sich, dass die Explosion genau in dem Moment stattfand, als er sein Telefon benutzte.

Als die Bombe explodierte, hatte der Gottesdienst gerade begonnen. Die meisten Opfer sind Kinder, die nach der vorher stattgefundenen Sonntagsschule frühstückten.

In der Vergangenheit haben wir Verfolgungs- und Traumabegleitungs-Seminare in der Zion Kirche organisiert, die schon Verfolgung erlitten hat. Heute stehen wir im Namen der Geschwister der ganzen Welt an ihrer Seite, nehmen an den verschiedenen Trauerfeiern teil und tragen ihren Schmerz mit ihnen.

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