02.11.2018 /
Pakistan
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Pakistan: Asia Bibi endlich frei!

Der pakistanische Oberste Gerichtshof hat die sofortige Freilassung von Asia Bibi angeordnet, die über acht Jahre im Todestrakt verbracht hat.

«Wir sind erleichtert zu hören, dass der pakistanische Oberste Gerichtshof die Anklage gegen Asia Bibi fallen lässt – eine Anklage, die bloß auf ihrem christlichen Glauben und falschen Anschuldigungen gegen sie beruhte», sagte ein Pakistan-Experte von Open Doors. «Diese Entscheidung gibt uns Hoffnung, dass Pakistan weitere Schritte unternehmen wird, um die Religionsfreiheit und die Menschenrechte im Land zu stärken.»

In einem Telefoninterview am Tag nach dem Urteil schien Asia Bibi aufgewühlt: «Ich kann nicht glauben, was ich höre, werde ich jetzt freigelassen? Werden sie mich wirklich rauslassen? Ich weiß nicht, was ich sagen soll, ich bin so glücklich, ich kann es kaum fassen!»

Einheimische Christen bitten dringend um Gebet für Pakistan. «Dies ist eine sehr angespannte und bedrohliche Situation für die religiösen Minderheiten, insbesondere für pakistanische Christen. Es besteht die Angst, dass Christen verfolgt werden und Kirchen angegriffen werden», teilten Partner von Open Doors mit.

Vor einigen Tagen hatte Khadim Hussain Rizvi, der geistliche Leiter der islamisch-extremistischen Gruppierung «Tehreek Labek Pakistan» in einer Videobotschaft seine Anhänger aufgerufen, auf die Straße zu gehen und bereit zu sein, notfalls zu sterben, falls der Oberste Gerichtshof zugunsten von Asia Bibi urteilt.

Gleichzeitig bitten Gemeindeleiter die pakistanischen Christen, sich in einer christusgemäßen Weise zu verhalten. «Wir rufen Christen im ganzen Land und auf der ganzen Welt auf, zu beten. Lasst uns unser Recht auf Gerechtigkeit einfordern, aber dies in einer Weise tun, die Nachahmern Christi entspricht.»

Es ist noch unklar, wie sich die Situation weiterentwickeln wird. Ein pakistanischer Christ beschrieb, wie Sicherheitskräfte sein Büro absicherten. «Betet für Pakistan», bat er. «Bitte betet für Gottes Gnade und Weisheit.»

Nicht viel später wurden auch einige Schulen geschlossen. «Viele Christen sind besorgt um ihre Kinder, insbesondere um diejenigen, die an einer Schule mit muslimischer Mehrheit sind. Betet, dass sie auf ihrem Heimweg nicht als Christen erkannt werden und keine Aufmerksamkeit erregen.»