29.11.2019 /
Indien
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Indien: Trotz der Angriffe wenden sich viele Jesus zu

In Indien werden die Christen aufgrund der nationalistischen Politik der Regierung immer stärker verfolgt. Aber das hindert viele Inder nicht daran, Jesus zu finden.

Pastor Ramsu Damor und seine Familie wurden von zu Hause vertrieben, ohne etwas mitnehmen zu können. Seine Frau wurde von ihrem jüngeren Bruder belästigt. Doch er bleibt unerschütterlich in seinem Glauben und hält durch für Jesus. Er sagt: «Ich werde bis zu meinem letzten Atemzug am Glauben festhalten, auch wenn die ganze Welt gegen mich ist.»

Die Entschlossenheit der Christen verärgert die extremen hinduistischen Parteien. Christen, die von ihrem Glauben sprechen, gelten als Agenten, die vom Ausland unterstützt werden, um die Leute mit Geld oder materiellen Vorteilen anzulocken.

Das erlebte Ravi, ein 65-jährigen Christ: «Die Lokalzeitung warf mir zu Unrecht vor, ich versuche mit unlauteren Mitteln, Menschen für das Christentum zu gewinnen. Zweimal wurde ich brutal zusammengeschlagen, und Extremisten versuchten, mein Haus niederzubrennen. Ich hatte große Angst, aber zum Glück gelang es ihnen nicht. Doch sie drohten mir mit erneuter Gewalt, wenn ich weiter von Jesus spreche.»

In Südindien nimmt die Gewalt gegen christliche Versammlungen schneller zu als in den meisten anderen Regionen.

Anfänglich wurden die Kirchen mit Steinen beworfen, um die Christen einzuschüchtern. In den letzten Jahren wurden die Angriffe häufiger und schwerer. Kirchen wurden in Brand gesteckt und die Übergriffe wurden für die Gläubigen immer lebensbedrohlicher. Deshalb bauten die Christen unauffälligere Versammlungsorte. Aber die Behörden reagierten. «Die Regierung hat Einschränkungen für die Baubewilligungen und die Nutzung dieser Räumlichkeiten erlassen», erklärt einer unserer Partner. Er führt weiter aus: «In vielen Distrikten sind nun Versammlungen in Privathäusern verboten. Wir sind schutzlos!» Hunderte von Vorfällen bestätigen diese Aussage. Wenn es zu einem Angriff im Haus von Christen kommt, schreitet die Polizei nicht ein, selbst wenn es Verletzte gibt.

Wegen der starken Zunahme der Verfolgung führen die Partner von Open Door vermehrt Seminare zur Vorbereitung auf die Verfolgung durch. Ravi konnte an einer solchen Schulung teilnehmen: «Es war genau das Richtige für mich. Jetzt versuche ich, die neuen Konvertiten hierher zu bringen, denn sie werden mit dem größten Widerstand konfrontiert.»

In den Seminaren lernt man, Verfolgung aus biblischer Sicht zu verstehen. Dort werden auch rechtliche Kenntnisse vermittelt. Die Christen werden oft von der Polizei verhaftet oder von hinduistischen Extremisten angegriffen. Wenn sie ihre Rechte als indische Bürger kennen, können sie einen Rechtsschutz verlangen, zumindest in gewissen Fällen. Ravi erklärt weiter: «Ich wurde schon öfters verhört, aber die Polizei hatte nie ausreichende Gründe, um mich zu verhaften. Meinen Glauben habe ich nie verleugnet oder meinen Dienst aufgegeben. Gott gab mir die Kraft dazu.»
Was Pastor Ramsu Damor betrifft, so wurde er finanziell unterstützt, um für seine Familie eine neue Unterkunft zu mieten.