20.03.2020 /
Äthiopien
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Äthiopien: Evangelisation, Reaktionen und Verfolgung

Eine Gruppe von Christen, die in einer Stadt in Äthiopien angegriffen wurde, braucht unser Gebet. Eine Situation, die mit den Anfängen der Kirche vergleichbar ist.

Der Vorfall ereignete sich am 3. März in einer mehrheitlich muslimischen Stadt im Norden Äthiopiens. Sieben Christen aus verschiedenen Bezirken waren gekommen, um dort zu evangelisieren. Wie in der Apostelgeschichte erregte die Verkündigung des Evangeliums einige feindselige Geister. Ihre Reaktion ließ nicht lange auf sich warten und mehrere begannen, die Christen anzugreifen. Diese rannten unter der zunehmenden Bedrohung zum nächsten Polizeiposten, um Schutz zu suchen. Die Polizisten brachten sie in Sicherheit. Als sich der Mob beruhigt hatte, wollte sie die Polizei ziehen lassen. Genau wie die Richter, als Paulus und Silas in der Stadt Philippi waren. Aber der Vorsteher der örtlichen Moschee setzte die Polizeibeamten unter Druck, damit sie die Christen weiter in Haft behielten. Sie seien gekommen, um die Moschee niederzubrennen, behauptete er.

Waren die Apostel in Thessaloniki nicht beschuldigt worden, Unruhe zu stiften? Aus Angst um die Gemeinschaft hielt die Polizei die sieben äthiopischen Christen im Gefängnis fest, wo sie noch immer sind. »Sie sagten: Es ist uns eine Ehre, auf diese Weise für Jesus zu leiden«, berichtet jemand, der mit ihnen in Kontakt treten konnte. Sie reagierten genauso wie damals die Jünger in der Apostelgeschichte.

Am selben Abend gegen 21.00 Uhr gingen einige Muslime direkt von der Moschee in die einzige Kirche des Quartiers. Sie hatten Brennstoff, Stöcke und Steine dabei und schrien »Allahu Akbar!«, dann setzten sie die Kirchengebäude in Brand. Die Angreifer zerstörten auch die Häuser von drei Christen und beschädigten andere Gegenstände. 23 Christen mit 7 Kindern flohen ins nächste Viertel, wo sie die örtliche Kirche aufnahm. Sie fürchten um ihr Leben und brauchen unser Gebet.

Die äthiopische Verfassung gewährt Religionsfreiheit und kein Gesetz verbietet es, öffentlich über seinen Glauben zu sprechen. Deshalb haben die regionalen Gemeindeleiter die Ortsbehörden gebeten, einzuschreiten und für die Freilassung der Christen zu sorgen. Bisher haben sie keine Antwort erhalten.

Obwohl 60 % der Bevölkerung des Landes Christen sind, größtenteils der äthiopisch-orthodoxen Kirche angeschlossen, ist die Verfolgung in bestimmten Gebieten nach wie vor sehr stark. Erst vor einem Jahr wurden in einer anderen Stadt, Alaba, 13 Kirchen angegriffen (unser Newsmail vom 29.3.19).