19.07.2018 /
Algerien
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Algerien: Eine weitere Kirche versiegelt

Während vor einem Monat drei protestantische Kirchen in Algerien ihre Türen wieder öffnen durften, musste nun eine andere ihre Aktivitäten einstellen.

Vor kurzem wurde eine kleine evangelische Kirche in Riki, in der Provinz Bejaia im Nordosten des Landes, von der Polizei versiegelt. Nach Angaben der Behörden hat die Gemeinschaft das Gesetz von 2006 über den nichtmuslimischen Gottesdienst nicht eingehalten.

Eine "schlicht und einfach ungerechtfertigter" Entscheidung

Der Pastor der Riki-Kirche, Esaid Benamara, bezeichnet die Entscheidung, die Kirche zu schließen, als "schlicht und einfach ungerechtfertigt", weil die Behörden von der Existenz dieser Kirche seit dem 11. August 2017 wussten.

Die Kirche von Riki hatte im September 2017 darum gebeten, der "EPA", dem Verband der Evangelischen Kirchen von Algerien, beizutreten. Inzwischen ist der Druck auf die christliche Minderheit gestiegen. Die Kirche in Riki erhielt keine offizielle Anerkennung der Behörden.

Zuletzt wieder vier Kirchen geschlossen

Insgesamt sind heute vier protestantische Kirchen in Algerien geschlossen worden. Seit November 2017 mussten sechs Kirchen und eine Kinderkrippe geschlossen werden. Vor rund einem Monat konnten drei Kirchen wieder öffnen, je eine in Oran, Ain Turk und El Ayaida. Drei weitere bleiben weiterhin geschlossen, je eine in Agazher (seit März 2018), Ait-Mellikeche und Maatkas (beide seit dem 26. Mai).

Schließungen häufig ohne Vorankündigung

Im Mai besuchten drei algerische Pastoren Europa und in die Vereinigten Staaten, um sich für die Sache der Christen in diesem nordafrikanischen Land einzusetzen. Sie protestieren nach wie vor gegen die Schließungen von Gotteshäusern, Gesetze gegen Proselytismus, und sie wollen die offizielle Anerkennung der EPA und die Freiheit, christliches Material zu importieren, erreichen.