Nordkorea
Flagge
Regierungschef
Kim Jong-Un
Bevölkerung
25 841 000
Christen
400 000
Hauptreligion
Juche-Ideologie
Staatsform
Demokratische Volksrepublik


Überblick

Der vom Diktator Kim Jong-Un etablierte Personenkult lässt keinen Platz für das Christentum. In der Rhetorik der regierenden kommunistischen Partei werden Christen dämonisiert. Da die Gesellschaft streng überwacht und die Nordkoreaner indoktriniert werden, bleibt den Christen kein Raum, ihren Glauben zu praktizieren. Sie haben Angst, denunziert zu werden, selbst innerhalb ihrer Familien. Im Klassensystem werden sie als «Feinde» eingestuft.

1603 brachte ein koreanischer Diplomat, der aus China zurückkehrte, das Christentum in das Land. Im Jahre 1758 verbot der damalige König die neue Religion, es folgte eine erste Verfolgungswelle. Im Jahre 1886 ließen sich protestantische Missionare im Land nieder, und bald erhielt Pyongyang den Spitznamen «Jerusalem des Ostens». In späteren Jahren wurden die Christen immer wieder verfolgt: sowohl unter der japanischen Besatzung, während des Koreakrieges und dann nach dem Zweiten Weltkrieg, seit die Kim-Dynastie an die Macht gekommen ist.

Zur Situation der Christen

Als Opfer sowohl des Totalitarismus durch den Staat als auch durch die kommunistische Unterdrückung genießen Christen keine Freiheit. Wenn entdeckt wird, dass ein Nordkoreaner Christ ist, wird er eliminiert, egal wie lange er schon Christ ist, z. B. bereits vor dem Koreakrieg zum christlichen Glauben kam, oder erst vor kurzem konvertiert ist, z. B. während eines kurzen Aufenthalts in China. Er wird auf der Stelle getötet oder als politischer Gefangener in ein Arbeitslager gesteckt, wo er unter unmenschlichen Bedingungen bis zu seinem Tod leben muss. Das gleiche Schicksal trifft auch seine Familie.

Da Christen in der Gesellschaft absolut keinen Platz haben, ist ein Zusammenkommen mit anderen Christen fast unmöglich. Diejenigen, die es wagen, tun dies unter größter Geheimhaltung. Sie verstecken ihre Bibel und erzählen nicht einmal ihren Kindern von ihrem Glauben, aus Angst, diese könnten sie ungewollt verraten. In der Hauptstadt gibt es für Touristen mehrere Scheinkirchen. Als Gläubige treten Statisten auf, um die Menschen glauben zu machen, dass die Religionsfreiheit im Land respektiert wird. In diesen «Scheinkirchen» wird die katholische Messe gefeiert.

Beispiele der Verfolgung
  • Christen müssen ihren Glauben geheim halten, um zu überleben. Infolge des schwierigen Zugangs zu Informationen im Land selbst haben wir im Berichtszeitraum keine gewaltsamen Verfolgungshandlungen erfassen können, was aber nicht bedeutet, dass es keine Vorfälle gegeben hat.
  • 9. Januar 2020 – Die Zahl der Nordkoreaner, die über China nach Südkorea geflohen sind, ist zurückgegangen: Von Januar bis September 2019 auf 771 Personen, was ein Rückgang um 15 Prozent gegenüber des gleichen Zeitraums im Jahr 2018 bedeutet. Dieser in den letzten Jahren beobachtete Rückgang lässt sich zum einen durch Chinas verstärkte Überwachung erklären, welches Überläufer nach Nordkorea zurückführt. Auf der anderen Seite sind die Gebühren für die Schmuggler stark gestiegen. Beides zusammen bedeutet, dass Christen, die es schaffen, die Grenze zu überqueren, ein größeres Risiko eingehen, verhaftet, zurückgeschickt und in die schlimmsten Zwangsarbeitslager (die speziell für Dissidenten vorgesehen sind) des Landes gesteckt werden, wenn ihr Glaube entdeckt wird.
Verfolgung in den fünf Lebenssphären

Der Druck auf die Christen ist in allen Lebensbereichen nach wie vor am größten und spiegelt die totalitäre Paranoia des Regimes wider, das alles bis hin zum Privatleben seiner Bürger kontrollieren will. Auch der Grad der Gewaltanwendung ist hoch: Jeder Christ, dessen Glaube entdeckt wird, wird verhaftet, verhört, ins Gefängnis gesteckt und riskiert seine Hinrichtung.

Wichtigste Mechanismen der Verfolgung

Kommunistische Unterdrückung, Totalitarismus

Christenverfolgung

Rang im Index: 
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Rang im letztjährigen Index: 
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