Irak
Flagge
Regierungschef
Adil Abdul-Mahdi
Bevölkerung
40 412 000
Christen
202 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Parlamentarische Demokratie


Überblick

Im Irak gibt es trotz der Niederlage der Terrorgruppe des Islamischen Staates im Jahr 2017 weiterhin weder Rechtsstaatlichkeit noch Sicherheit für seine Bürger. Die religiösen Rivalitäten zwischen Schiiten und Sunniten gehen unvermindert weiter, sowohl im Parlament zwischen den islamischen Parteien als auch auf der Straße zwischen den Milizen. Die allgemeine Korruption untergräbt das Land in jeder Hinsicht und Bürgerrechte werden völlig missachtet.
 

Die Situation der Christen

  • Im Irak zählen Christen hauptsächlich zu den historischen Kirchen. Am zahlreichsten sind die Chaldäer, gefolgt von Katholiken (römisch-katholisch wie orientalisch) und Protestanten. Alle christlichen Konfessionen und Gemeindebewegungen sind in einem großen Ausmaß von der Verfolgung durch islamische Extremisten und Autoritäten betroffen. Aus Angst vor Belästigungen an den Checkpoints tragen Christen oftmals keine christlichen Symbole mehr, auch nicht an den Universitäten, am Arbeitsplatz oder in öffentlichen Gebäuden. Christen muslimischer Herkunft sind noch verletzlicher. Sie halten ihren Glauben geheim, weil sie Vergeltungsmaßnahmen durch ihre Familien, den Clan und die soziale Gemeinschaft fürchten. Aus Angst vor dem Blasphemiegesetz wagen sie es nicht, offen über ihren Glauben zu sprechen
  • Seit Beginn der christlichen Kirche ist das Christentum in der Region präsent. Zu Beginn des 20. Jh. stellten die Christen 30 Prozent der Bevölkerung. Verfolgungen und Kriege haben aber zu einem erheblichen Exodus geführt.
     

Beispiele der Verfolgung

  • 1. November 2018 bis 31. Oktober 2019 – Mindestens 3 Christen wurden getötet, 24 angegriffen und 3 wegen ihres Glaubens verhaftet. Eine Kirche wurde Ziel einer Attacke, 11 Häuser und Geschäfte von Christen wurden beschädigt.
  • 20. November 2018 – Die letzte christliche Familie in einem Lager für Vertriebene nördlich von Erbil wendet sich an die lokale Regierung und an Hilfsorganisationen, die sie aufgefordert haben, das Lager zu verlassen. Aber Sena Behnam und ihr Mann können nirgendwo hingehen, ihr Haus in Mosul ist zerstört und sie haben kein Geld mehr, um die Miete für eine Unterkunft zu zahlen.
     

Andere religiös verfolgte Gruppen

Jesiden, kurdische Kakaïs und sabäische Mandeaner, Bahai
 

Das «Gesicht» der Verfolgung

Die Bedrohung durch die islamische Unterdrückung ist nach wie vor sehr präsent, zumal Tausende von geflüchteten Kämpfern der Da’ish (oder IS) in der Zivilbevölkerung untergetaucht sind. Was unter den Christen das Gefühl der Unsicherheit nur verstärkt. Beleidigende Äußerungen schiitischer Führer und Behörden gegen Christen tun das ihrige und veranlassen die Christen auszuwandern.
 

Empfehlungen

Open Doors fordert bilaterale und multilaterale Verpflichtungen für humanitäre und Entwicklungshilfe im Irak, und dass die lokalen kirchlichen Leiter einbezogen werden, um transparent eine angemessene Wirkung erzielen zu können.
 

Hauptmechanismen der Verfolgung

Islamischer Extremismus, ethnisch oder traditionell begründete Anfeindungen

Christenverfolgung

Rang im Index: 
15
Rang im letztjährigen Index: 
13