Ägypten
Flagge
Regierungschef
Abd al-Fattah as-Sisi
Bevölkerung
101 169 000
Christen
16 250 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Republik


Überblick

Ägypten wird seit 2014 von Abdel Fattah al-Sissi geführt. Im Jahr 2019 stimmte Ägyptens Parlament für die Verlängerung seiner Amtszeit bis ins Jahr 2030. Als ehemaliger Militär hält al-Sissi die Islamisten in Schach und verfolgt dabei eine äußerst repressive Politik. Mit Entführungen, Folter und Inhaftierung geht er gegen jede Form der echten wie vermeintlichen politischen und religiösen Opposition vor.
 

Die Situation der Christen

  • Die Mehrheit der ägyptischen Christen sind Kopten. Es gibt aber auch zahlreiche weitere aktive Denominationen, inklusive einer kleinen Gemeinschaft ehemaliger Muslime.
  • Christen stehen nicht genügend Gottesdiensträume zur Verfügung. Hunderte von Gemeinde warten immer noch auf die offizielle Anerkennung, sie werden auch beim Bau neuer Kirchengebäude behindert. Christen werden auch am Arbeitsplatz belästigt und in der Öffentlichkeit vor allem auch junge Frauen. Für sie besteht die Gefahr, mit Muslimen zwangsverheiratet zu werden. Christen muslimischer Herkunft können ihren Glauben nicht offen praktizieren und stehen unter enormem Druck, zum Islam zurückzukehren, und der Staat die offizielle Anerkennung ihrer Bekehrung verunmöglicht.
  • Das Christentum und Ägypten sind seit der Geburt Jesu Christi untrennbar miteinander verknüpft. Die koptisch-orthodoxe Kirche entwickelte sich bis zum Aufkommen des Islam im 7. Jh. Im 19. Jh. setzte sich der Protestantismus durch, wurde jedoch bald auch als eine Religion des Westens wahrgenommen.
     

Beispiele der Verfolgung

  • Oktober bis November 2019 – In Oberägypten wurden drei koptische Kirchen im Abstand von nur wenigen Tagen das Ziel von Brandanschlägen. Die Kirche «Mar-Girgis al-Gyoushi» in Kairo brannte am 1. November ab, die Kirche «Mar-Girgis» in Mansoura am 16. Oktober, wobei fünf Menschen verletzt wurden. Am 13. Oktober dann brannte die orthodoxe Kirche «Mar-Girgis» im Helwan-Distrikt südlich von Kairo ab. Die Kopten vermuten einen kriminellen Hintergrund.
  • 17. Januar 2019 – In El Arish, im Norden der Sinai-Halbinsel, wird ein 55-jähriger Christ auf einer Busreise entführt. Terroristen hielten das Fahrzeug auf der Suche nach Militärangehörigen und Christen an.
  • 11. Januar 2019 – In der Region Minya wird die Kirche von Kom El-Raheb nur eine Stunde nach der Einweihung wieder geschlossen. Wütende Muslime aus dem Dorf beschwerten sich über die neue Kirche und drohten mit Gewalt.
     

Andere religiös verfolgte Gruppen

Schiitische Muslime, Sufis, Bahai, Mormonen und Zeugen Jehovas
 

Das «Gesicht» der Verfolgung

In Oberägypten sind Christen einem hohen Maß an Gewalt ausgesetzt. Diese reicht von Schikanen auf der Straße über Belästigung speziell gegen christliche Frauen bis hin zu Ausschreitungen gegen ganze christliche Gemeinschaft, um sie zu vertreiben. Zusätzlich zum Busanschlag in Minya werden mindestens 23 Christen bei verschiedenen Angriffen getötet.
 

Empfehlungen für die Politik

Lokale Projekte zur Förderung der religiösen Toleranz und des interreligiösen Dialogs, die Reform von Artikel 90 des Strafgesetzbuches über Blasphemie und Hassreden diskriminierender Art und die Abschaffung des Eintrages im Personalausweis zur Religionszugehörigkeit.
 

Hauptmechanismen der Verfolgung

Islamischer Extremismus, Totalitarismus

Christenverfolgung

Rang im Index: 
16
Rang im letztjährigen Index: 
16