Algerien
Flagge
Regierungschef
Präsident Abdelmadjid Tebboune
Bevölkerung
43 333 000
Christen
129 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Republik


Überblick

Christen sind in der Ausübung ihres Glaubens eingeschränkt. Gesetze, die die Ausübung nicht-muslimischer Gottesdienste regeln, verbieten alles, was «den Glauben eines Muslims erschüttern» könnte oder «einen Muslim dazu anstiften könnte, seine Religion zu wechseln». Der Staat hat eine Kampagne gegen die protestantische Kirche in Algerien gestartet, die zur Schließung von 13 Kirchen führte.

Das Christentum existiert seit dem 2. Jh. So stammt z. B. der bekannte Kirchenvater Augustinus aus Algerien. Nach der arabisch-muslimischen Eroberung im 8. Jh. verschwindet die Kirche fast völlig. Erst mit den Spaniern im 15. Jh. kehrt das Christentum zurück, das aber sehr schnell von den Osmanen verdrängt wird. Nach 1830, im Zuge der französischen Kolonisation, entstehen durch katholische und einige evangelische Missionare neue Gemeinschaften.

Zur Situation der Christen

Die einzige historische Kirche ist die katholische Kirche. Die Mehrheit der algerischen Christen, auch innerhalb der Evangelischen Kirche von Algerien (EPA), sind zum Christentum konvertierte Muslime. Nur registrierte Kirchen haben das Recht, zu existieren, doch es gibt nur wenige von ihnen, und sie werden zunehmend ohne Grund von den Behörden geschlossen.

Christen werden im täglichen Leben diskriminiert und schikaniert. Die im Jahr 2006 erlassenen Gesetze regeln die nicht-muslimische Religionsausübung, schränken die Meinungsfreiheit von Christen ein und verbieten Muslimen, den Islam zu verlassen. Die Mehrheit der algerischen Christen hat einen muslimischen Hintergrund und wird daher am meisten verfolgt, sowohl von ihrer nahen und erweiterten Familie als auch von der Gesellschaft. Junge Mädchen werden in ihren Häusern eingesperrt, wenn ihre Familien ihre Konversion zum Christentum bemerken. Christen mit muslimischem Hintergrund können belästigt, geschlagen, bedroht, inhaftiert und gezwungen werden, an muslimischen Riten teilzunehmen. Sie werden auch von Beamten, die für die Lehren radikaler Islamisten empfänglich sind, unter Druck gesetzt. Diejenigen, die in ländlichen und konservativ geprägten Gebieten leben, sind am gefährdetsten.

Beispiele der Verfolgung
  • 27. Oktober 2020 – Die Behörden in der Provinz Tizi Ouzou, wo die Mehrheit der algerischen Christen lebt, haben eine Liste der religiösen Gebäude veröffentlicht, die wieder geöffnet werden dürfen. Diese Liste umfasst 183 Moscheen, aber es ist nicht eine einzige Kirche aufgeführt.
  • 19. Januar 2020 – In einer Erklärung prangerte die Evangelische Kirche Algeriens «Die Unerbittlichkeit und den Druck an, denen sie seit über drei Jahren ausgesetzt ist». Anfang 2020 erhielten die Kirchen von El Ayaïda und Oran-Ville die Anordnung, zu schließen.
Verfolgung in den fünf Lebenssphären

Algerien fällt im Index zurück, weil es 2020 keine neuen Kirchenschließungen gegeben hat. Die 2019 geschlossenen Kirchen sind jedoch nicht wieder geöffnet worden, so dass sich die Situation nicht verbessert hat, zumal die Konvertiten immer noch demselben Druck seitens ihrer Familien und der Behörden ausgesetzt sind.

Wichtigste Mechanismen der Verfolgung

Islamischer Extremismus, Totalitarismus

Christenverfolgung

Rang im Index: 
24
Rang im letztjährigen Index: 
17