Sudan
Flagge
Regierungschef
Abdel Fattah al-Burhan
Bevölkerung
42 514 000
Christen
1 963 000
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Islamische Bundesrepublik


Überblick

Im April 2019 wurde Präsident Omar al-Bashir von der Demokratiebewegung in seinem Land gestürzt. Die militärische Übergangsregierung und die Anführer der Demokratiebewegung erzielten eine Vereinbarung, das Land innerhalb von 3 bis 4 Jahren in eine Demokratie zu verwandeln. Allerdings haben die Islamisten, die an der Macht waren, immer noch viel Einfluss, und die christliche Minderheit erfuhr noch keine wirkliche Verbesserung ihrer Verhältnisse.
 

Die Situation der Christen

  • Sudans Christen bekennen sich zu verschiedenen Konfessionen und Bewegungen: römisch-katholische, koptisch-orthodoxe, protestantische oder dann sind sie Mitglieder der Episkopalkirche Sudans oder der sudanesischen Kirche Christi. Und es gibt Christen mit einem muslimischen Hintergrund.
  • Das Land befindet sich in einer Übergangsphase, in der sich die Lage für Christen verbessern könnte. Die im Jahr 2019 vorläufig angenommene Verfassung anerkennt die Glaubens- und Kultusfreiheit sowie das Recht, sich zu einer Religion oder Weltanschauung zu bekennen oder diese zum Ausdruck zu bringen. Unter der 30-jährigen Regierung Omar al-Bashirs wurden alle Christen verfolgt, aber es waren diejenigen afrikanischer Herkunft und mit muslimischem Hintergrund, die am meisten litten. Sie müssen auch weiterhin ihren Glauben im Verborgenen leben. Denn ihre Entdeckung bedeutet Tod wegen Abtrünnigkeit.
  • Das Christentum erreichte den Sudan im 4. Jh. nach Christus. Fast tausend Jahre lang war das Land mehrheitlich christlich geprägt, wurde dann aber im 15. Jh. nach der Besetzung durch Muslime islamisiert.
     

Beispiel der Verfolgung

7. Oktober 2019 – Der sudanesische Oberste Gerichtshof ordnete an, das Verfahren gegen 5 von 8 sudanesischen Kirchenleitern wieder aufzunehmen. Die Anklage lautet auf «Unbefugtes Betreten und illegaler Besitz von Eigentum». Die Kirchenleiter lehnten es im Jahr 2017 ab, die Kontrolle über das Eigentum der Kirche an ein Regierungskomitee für Land und Gebäude abzutreten. Daraufhin wurden ihre Liegenschaften beschlagnahmt. Im August 2018 ordnete ein Richter die Rückgabe an die Kirche an. Er erachtete die Angelegenheit eher verwaltungstechnisch denn strafrechtlich relevant, und die 8 Kirchenleiter wurden freigesprochen.
 

Weitere religiös verfolgte Gruppen

Juden, Bahai, Zeugen Jehovas, schiitische Muslime
 

Das «Gesicht» der Verfolgung

  • Das kirchliche Leben unterliegt vielen Einschränkungen: Aktivitäten sind nur in den Kirchenräumlichkeiten erlaubt, bei Aktivitäten außerhalb drohen Verhaftung und Gefängnis. Die im April 2019 gestürzte Vorgängerregierung veröffentlichte eine Liste von Kirchen, die abgerissen werden sollten. Die Gemeinden werden eng überwacht, der Bau neuer Kirchen ist praktisch unmöglich.
  • Verlässt man die Hauptstadt, verschärft sich die Verfolgung. Die Regierung führt seit 2011 in den Nuba-Bergen und in der Region des Blauen Nils einen Krieg, der einer ethnischen Säuberung gleichkommt. Die Opfer sind Zivilisten, darunter Tausende von Christen, die getötet wurden.
     

Empfehlungen für die Politik

Verhandlungen über einen Schuldenabbau und eine Wirtschaftshilfe müssen mit dem Engagement der neuen Regierung für konkrete Verbesserungen der Religionsfreiheit verknüpft werden: z. B. durch die Aufhebung der Artikel im Strafgesetzbuch über Gotteslästerung und Abtrünnigkeit, die Genehmigung für den Bau und die Registrierung neuer Kirchen und die Rückgabe konfiszierter Gotteshäuser.
 

Hauptmechanismen der Verfolgung

Islamischer Extremismus, Totalitarismus

Christenverfolgung

Rang im Index: 
7
Rang im letztjährigen Index: 
6