Eritrea
Flagge
Regierungschef
Isaias Afwerki
Bevölkerung
5 310 000
Christen
2 492 000
Hauptreligion
Islam/Christentum (Orthodoxie)
Staatsform
Republik


Überblick

Das historische Friedensabkommen zwischen Äthiopien und Eritrea, das 2018 unterzeichnet wurde, hat die Position der Regierung gestärkt, ohne jedoch eine positive Veränderung im Bereich der Menschenrechte herbeizuführen. Das Regime von Isaias Afwerki ist nach wie vor sehr repressiv. Es gibt keine politische Opposition, keine Presse- und keine Religionsfreiheit, oder dann unter dem Vorwand nur so weit, um die soziale und religiöse Harmonie des Landes zu gewährleiten.
 

Die Situation der Christen

  • Christen von Minderheitskirchen oder staatlich nicht anerkannten Gemeinden, besonders die der evangelisch protestantischen Bewegungen, werden diskriminiert. Sie werden von der Regierung und der eritreischen orthodoxen Kirche verfolgt und erhalten nur begrenzten Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen.
  • Konvertiten muslimischer Herkunft oder diejenigen, die der orthodoxen Kirche den Rücken gekehrt haben, werden von ihren Familien und Verwandten verfolgt. Die Sicherheitskräfte der Regierung führen zahlreiche Razzien in Häusern und Wohnungen durch und verhaften die anwesenden Christen. Derzeit sind mehrere hundert in Gefängnissen und Militärlagern eingesperrt. Einige schmachten in Metallbehältern. Angesichts des starken Drucks und der extremen Gewalt haben viele das Land verlassen.
  • Das Christentum in Eritrea entstand vor über tausend Jahren. 1864 erreichten drei protestantische Missionare aus Schweden das Land. Daraus entwickelte sich die eritreisch-lutherische Kirche. Die aktuelle evangelische Kirche entstand nach dem Zweiten Weltkrieg.
     

Beispiele der Verfolgung

  • Juni bis August 2019 – Zwei Verhaftungswellen brachten über 150 Christen ins Gefängnis, wo sie, unter unmenschlichen Bedingungen schmachtend, von den Behörden bedrängt werden, ihrem christlichen Glauben abzuschwören.
  • 12. Juni 2019 – Tausende von Menschen, vor allem Frauen und Kinder, verlieren durch die Schließung von 22 kirchlichen Krankenhäusern und Kliniken ihre gesundheitliche Versorgung. Einige von den Soldaten vertriebenen Patienten mussten bis zu 25 km laufen, bis sie zuhause ankamen.
     

Weitere religiös verfolgte Gruppen

Oppositionelle Muslime und Zeugen Jehovas
 

Das «Gesicht» der Verfolgung

  • Die Verfolgung zeigt sich in den Bereichen des zivilen Lebens (durch die Regierungspolitik) und des gesellschaftlichen Lebens (die einflussreiche orthodoxe Kirche toleriert weder evangelikale noch pfingstliche Protestanten) am stärksten. Hunderte von Christen leiden im Gefängnis, einige seit über einem Jahrzehnt. Im Jahr 2019 starben zwei der inhaftierten Glaubensgeschwister.
  • Die harte Hand des autoritären Regimes, das die Christen als Agenten des Westens beschuldigt und verhaftet, ist im ganzen Land zu spüren. Hinzu kommt im Westen und Osten des Landes der islamistische Druck auf Konvertiten und in den Bergregionen die aggressive Protektionspolitik der Orthodoxen gegen Christen, die ihre Konfession wechseln.
     

Hauptmechanismen der Verfolgung

Konfessioneller Protektionismus, Totalitarismus

Christenverfolgung

Rang im Index: 
6
Rang im letztjährigen Index: 
7